Die Woche 257: Wenn Kunden den Makler wechseln und Makler Kunden aussortieren
Moin aus Hamburg und herzlich Willkommen zu Folge 257 unseres Podcasts. Heute ist Freitag, der 27. Februar 2026.
Und diese Themen haben wir heute für Sie: • Im Schmolltalk geht es um den Wechsel von Versicherungsmaklern und unser neues eMagazin „Betriebliche Konzepte“. • Mit Maklerin Elisa Rohde sprechen wir über den Frühjahrsputz. • In den News der Woche könnte für Kunden des insolventen Versicherers FWU die Steuerkeule drohen. Das Analysehaus Fralytics stößt bei einer Untersuchung von Krankenkassen auf etwas Datenschutz-Bedenkliches. Die Deutschen finden Altersvorsorge schwierig. Und in der Industrieversicherung sinken die Prämien. • Und unser Geschäftsführer Jan Roß stellt drei Fragen an Fonds-Finanz-Chef Norbert Porazik.
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Aus der Redaktion (#Schmolltalk) Der auf Versicherungsrecht spezialisierte Fachanwalt Norman Wirth hat sich jüngst mit einem Fall befasst, in dem eine Witwe den Versicherungsmakler wechseln wollte. Wir sprechen darüber und auch über unser neues eMagazin zum Thema „Betriebliche Konzepte“. https://www.pfefferminzia.de/vertrieb/wann-und-wie-koennen-kunden-den-versicherungsmakler-wechseln/ https://redirect.pfefferminzia.de/44s
Im Gespräch Mit Maklerin Elisa Rohde Wir alle kennen ja den Frühjahrsputz. Wir räumen auf, reinigen die Beete, schaffen den Wintermief so richtig weg und putzen Fens … ach, lassen wir das. Versicherungsmaklerin Elisa Rohde aus dem schönen Havelland hat ihren Frühjahrsputz schon hinter sich. Nur anders, eben. Denn sie hat ihren Kundenbestand durchforstet und mal aussortiert. Warum und wie sie das getan hat, lasse ich mir jetzt mal erklären.
Die News der Woche Für Kunden des insolventen Lebensversicherers FWU Life Insurance Lux könnte es finanziell noch dicker kommen als ohnehin schon. Jetzt warnt der Branchenverband GDV vor steuerlichen Problemen, wenn sich FWU-Kunden Riester-Renten oder Basisrenten auszahlen lassen.
Grundsätzlich gilt: Zahlt der Insolvenzverwalter den Riester-Vertrag aus, geht der Gesetzgeber davon aus, dass er schädlich verwendet wurde. Heißt: Er dient nicht wie gedacht dazu, die Rente aufzuhübschen. Dabei ist es zunächst egal, ob der Kunde Schuld daran trägt oder nicht. Er muss Zulagen und erhaltene Steuervorteile zurückzahlen. Für die Rürup-Rente muss er alle erhaltenen Beträge versteuern. Also auch die aus dem vorzeitigen (und ungewollten) Abbruch.
Doch der GDV zeigt sich optimistisch, dass sich beides vermeiden lässt. Dabei bezieht er sich auf eine Auskunft direkt vom Bundesfinanzministerium. Und wie soll das gehen? Im Grunde ganz einfach: Die Kunden müssen das Geld aus Riester- beziehungsweise Rürup-Vertrag komplett innerhalb eines Jahres in einen neuen Riester- beziehungsweise Rürup-Vertrag bei einem anderen Anbieter einzahlen.
Sich diese Einzahlung erneut fördern zu lassen, ist natürlich nicht möglich. Darauf weist der GDV ebenso hin. Der neue Vertrag kann auf dieser Grundlage normal weiterlaufen. Die folgenden Eigenbeiträge sind förderfähig.
Jingle Als das Analysehaus Fralytics Krankenkassen überprüft, geschieht etwas höchst Unerfreuliches. An eine Antwort war plötzlich der Verlauf einer völlig fremden Kundenanfrage angehängt, inklusive Name und E-Mail-Adresse. Für Datenschützer ist das zweifellos ein gefundenes Fressen.
In diesem konkreten Fall ist immerhin nichts angebrannt. Doch bei Fralytics versteht man den Vorfall als Warnung. „Zwar wurden in diesem Fall keine sensiblen Gesundheitsdaten verletzt, doch das Signal sollte nicht unterschätzt werden“, so die Studienautoren. „In einer Branche, die potenziell die intimsten Daten der Bürger verwaltet, darf eine Kombination aus Stress und fehlenden Kontrollmechanismen nicht dazu führen, dass Identitäten Dritter preisgegeben werden.“
Doch das ist nur eine Episode in einer größeren Studie. Sie trägt den Titel „Gesetzliche Krankenkassen Service Studie 2026“ und befasst sich mit der Frage, wie Kassen auf Neukunden mit Sprachbarriere reagieren. In einem Land mit neu hinzuziehenden ausländischen Fachkräften ist das nicht ganz unwichtig. 92 Krankenkassen stellten die Tester über sogenanntes Mystery-Shopping auf den Prüfstand. Heißt: Sie fragten verdeckt mit scheinbaren Deutsch-Defiziten an.
Erfreulich ist: Die getesteten Kassen reagierten insgesamt recht schnell auf Anfragen. Mehr als jede dritte antwortete innerhalb von zwölf Stunden, was wirklich beachtlich ist. 71 Prozent schrieben nach maximal 48 Stunden zurück. Allerdings, und das sollte wirklich nachdenklich stimmen, antworteten 32 Prozent überhaupt nicht.
Ebenfalls Luft nach oben zeigt sich, wenn es um die Qualität der Antworten geht. 100 Punkte waren insgesamt zu erreichen. Doch die durchschnittliche Gesamtpunktzahl liegt bei lediglich 63. 17 Kassen erreichten den Titel „Top-Performer“, indem sie in weniger als 48 Stunden antworteten und über 75 Punkte sammelten. Die lesen wir jetzt nicht alle vor, aber in den Shownotes haben wir sie aufgeführt.
Hier sind sie (mit Punktzahl in Klammern): AOK Nordost (92) Audi BKK (89) HEK Hanseatische Krankenkasse (87) BKK Mobil (85) IKK Gesund Plus (84) DAK-Gesundheit (84) BKK Linde (83) Viactiv BKK (81) BKK Technoform (80) Bosch BKK (80) AOK Rheinland-Pfalz/Saarland (80) BKK Scheufelen (79) AOK Rheinland/Hamburg (79) BKK Freudenberg (77) BKK WMF (76) BKK Dürkopp Adler (76) Mhplus BKK (76)
Wie lässt sich der Gesamteindruck nun einordnen? Hier hilft Fralytics-Mitgründer Johannes Bunk, indem er erklärt: „Die Ergebnisse zeigen, dass die Branche beim Erstkontakt insgesamt zuverlässig reagiert. Gleichzeitig verdeutlichen die durchschnittlichen Antwortzeiten und die große Leistungsstreuung, dass Servicegeschwindigkeit und inhaltliche Qualität noch kein Branchenstandard sind. Besonders beim Umgang mit fremdsprachigen Anfragen sehen wir deutlichen Nachholbedarf, wenn gesetzliche Krankenkassen hürdefrei und wettbewerbsfähig sein wollen.“
Jingle Rund drei Viertel der Menschen in Deutschland finden das Thema Altersvorsorge kompliziert. Und na ja, ist es ja auch. Gerade Menschen mit weniger Einkommen haben dieses Gefühl. So schätzen 41 Prozent der Menschen mit einem Haushaltsnettoeinkommen unter 1.000 Euro das Thema als klar kompliziert ein. In höheren Einkommensgruppen sinkt dieser Wert auf unter ein Drittel.
Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) und der Zurich Gruppe Deutschland. DIA-Sprecher Peter Schwark sagt dazu: „Altersvorsorge ist für viele Menschen kein Randthema, sondern eine echte Überforderung. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Wer wenig Einkommen hat, fühlt sich besonders häufig abgehängt – und verliert schneller den Überblick.“
Von den Befragten, die das Thema Altersvorsorge als kompliziert empfinden, geben 37 Prozent an, dass sie sich deshalb nicht damit beschäftigen. 46 Prozent lassen sich davon dagegen nicht abhalten.
Jingle Eigentlich berichten wir ja keine sogenannten Wasserstandsmeldungen. Wir würden angesichts der vielen Marktindizes vom Ästchen ins Stöckchen geraten. Aber was der Unternehmensberater Marsh Risk über Industrieversicherungen berichtet, sticht ins Auge.
Denn die Tochter des Versicherungsmaklers Marsh beobachtet, dass inzwischen im sechsten Quartal in Folge weltweit die Prämien gesunken sind. Im zweiten, dritten und vierten Quartal 2025 ging es jeweils um 4 Prozent hinab. Natürlich gut für die Versicherungskunden aus der Industrie.
Warum passiert das ausgerechnet in einer Welt, in der vermeintlich alles teurer wird? Als Hauptgründe für den Rückgang der Prämienraten nennt Marsh den stärkeren Konkurrenzkampf unter den Versicherern, günstige Schadenentwicklung und die Rückversicherungskonditionen, verbunden mit erhöhter Marktkapazität. Risiken werden also günstiger, und Versicherer kämpfen regelrecht darum, welche übernehmen zu können.
Für Industriekunden ist das natürlich eine tolle Sache, die sogar noch weitergehen könnte. So meint John Donnelly, Präsident für Global Placement bei Marsh Risk: „Ohne unvorhergesehene Ereignisse erwarten wir, dass sich dieser Trend im Jahr 2026 fortsetzt. In diesem Jahr dürften Kunden die Möglichkeit haben, Prämienraten zu reduzieren und umfassendere Bedingungen auszuhandeln, die die Leistungsfähigkeit ihrer Versicherungsprogramme verbessert, um so der zunehmenden Komplexität der Risiken gerecht zu werden.“
Im Gespräch Mit Norbert Porazik, Fonds Finanz Unsere Geschäftsführer Matthias Heß und Jan Roß waren diese Woche in München unterwegs und dabei auch zum Frühstück mit Fonds-Finanz-Chef Norbert Porazik eingeladen. Diese Gelegenheit nutzte Jan, um ihn zu fragen, was ihn und die Fonds Finanz gerade umtreibt. Hören wir mal rein.
Abmod Und das war es mit dieser Podcast-Folge. Wir hören uns am kommenden Freitag wieder! Bis dahin gilt wie immer: Bleiben Sie optimistisch, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.
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