Die Woche 256 – Der Versicherungsmarkt in 10 Jahren
Moin aus Hamburg und herzlich Willkommen zu Folge 256 unseres Podcasts. Heute ist Freitag, der 20. Februar 2026.
Und diese Themen haben wir heute für Sie:
• Im Schmolltalk geht es um unser erstes Heftgeflüster, das am Mittwoch in den Redaktionsräumen der Pfefferminzia stattfand. • Mit Justus Lücke, Geschäftsführer der Versicherungsforen Leipzig, sprechen wir über den Versicherungsmarkt im Jahre 2036. • Und in den News der Woche warnt der PKV-Verband vor einem geplanten Deckel der Pflege-Eigenanteile. Ein Axa Report zeigt, dass sich viele Immobilienbesitzer auf zunehmende Extremwetter nicht gut vorbereitet fühlen. Für die große Mehrheit der Autobesitzer wird die KFZ-Versicherung erneut teurer. Und die Statistik des Fondsverbands BVI für 2025 belegt, welche herausragende Rolle ETFs im deutschen Anlagegeschäft inzwischen einnehmen.
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Aus der Redaktion (#Schmolltalk) Wir sprechen über unser neues Event, das Heftgeflüster. Das feierte am Mittwoch Premiere. Die nächste Veranstaltung findet voraussichtlich am 14. April statt. https://afterwork.pfefferminzia.de/
Im Gespräch Mit Justus Lücke Anlässlich unseres zehnjährigen Jubiläums in diesem Jahr haben wir Branchenexperten gefragt, wie sie denn den Versicherungsmarkt in zehn Jahren sehen. Darunter auch Justus Lücke, Geschäftsführer der Versicherungsforen Leipzig. Es geht unter anderem um künstliche Intelligenz, Geschwindigkeit, Fachkräftemangel, Konsolidierung – und ob es Versicherungsmakler in zehn Jahren überhaupt noch geben wird.
Die News der Woche Eigentlich soll die angedachte Pflege-Reform unter anderem die jüngeren Generationen entlasten. Doch eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) zeigt, dass die geplanten Maßnahmen eher das Gegenteil bewirken könnten. Konkret geht es um die Dynamisierung der ambulanten Leistungen und die Einführung eines „Sockel-Spitze-Tauschs“. Mit diesem Pflegedeckel sollen die Eigenanteile in der stationären Versorgung begrenzt werden, so der Ansatz der Bund-Länder-Arbeitsgruppe, die sich Gedanken zu Reformmaßnahmen gemacht hat.
Was würde das für Beitragszahler bedeuten? Das WIP hat das für verschiedene Szenarien bis zum Jahr 2040 ausgerechnet. Wenn sich die Politik für eine Variante mit einem stationären Pflegedeckel von monatlich anfänglich 1.200 Euro plus ambulanter Inflations-Dynamisierung entscheiden würde, entstünde bis 2040 eine zusätzliche Generationenlast von knapp 102 Milliarden Euro. Ein Pflegedeckel von 1.000 Euro monatlich würde die Generationen-Folge bis 2040 auf fast 138 Milliarden Euro steigen lassen.
„Mit der Pflegereform droht nach dem Rentenpaket der nächste Generationenkonflikt“, sagt PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther. Leistungsausweitungen würden die Beitragszahler, also Arbeitnehmer und Arbeitgeber, „massiv überfordern“, warnt er. „Selbst die vermeintlich moderate Variante führt bis 2040 zu zusätzlichen Belastungen in dreistelliger Milliardenhöhe. Das schadet dem Wirtschaftsstandort.“
Jingle Viele Haus- und Wohnungsbesitzer haben ihre Immobilie nicht gegen die Folgen von Extremwetterereignissen geschützt. So fühlt sich jeder fünfte Deutsche nicht gut vorbereitet auf Naturgefahren wie Starkregen oder Hochwasser. 40 Prozent sehen sich gut vorbereitet. Das zeigt der Axa Präventionsreport.
Ein Faktor, der hierbei eine Rolle spielt: Jeder zweite Befragte hält Schäden durch Hochwasser oder Starkregen in den kommenden zehn Jahren für unwahrscheinlich. Auch unter Immobilienbesitzern glauben das 47 Prozent.
Entsprechend gering ist folglich die Bereitschaft, in Prävention zu investieren: 54 Prozent der Eigentümer stimmen der Aussage zu, dass das Risiko von Schäden durch Naturgefahren zu gering sei, um dafür gezielt in Umbaumaßnahmen zu investieren.
„Wir dürfen uns von einem vergleichsweise ruhigen Jahr 2025 nicht täuschen lassen. Extremwetterereignisse bleiben ein reales Risiko – und sie kommen meist plötzlich und überraschend für die Menschen. Prävention entscheidet darüber, ob Starkregen und Hochwasser zu einem beherrschbaren Ereignis werden oder existenzielle Folgen haben“, sagt Marc Daniel Zimmermann, Vorstand Sachversicherung bei Axa Deutschland.
Jingle Kein Aufatmen für Autobesitzer: 82,6 Prozent sind von Preiserhöhungen bei ihrer KFZ-Versicherung betroffen. Dabei erhielten 60,3 Prozent eine höhere Rechnung. Für 22,3 Prozent blieb der Beitrag zwar gleich, höhere Schadenfreiheitsklassen hätten die Prämie aber eigentlich mindern müssten. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Vergleichsportals Verivox. Nur bei 10,7 Prozent ist der Beitrag günstiger geworden.
„Die KFZ-Versicherer beklagen die weiterhin steigenden Ersatzteil- und Reparaturkosten“, sagt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer Verivox Versicherungsvergleich. „Dennoch haben die letzten Preiserhöhungsrunden die Budgets der Autoversicherer entlastet. Viele Anbieter treten wieder mit günstigen Preisen in den Wettbewerb um neue Kunden ein.“ Im Januar 2025 gaben noch 65,6 Prozent der Autobesitzer an, ihre Prämie habe sich in der vorherigen Abrechnungsperiode erhöht – 5,3 Prozentpunkte mehr als in diesem Jahr.
Insbesondere in der Vollkasko-Versicherung klettern die Preise. 65,2 Prozent der Vollkaskoversicherten erhielten mit der letzten Beitragsrechnung eine Preiserhöhung, für 19,8 Prozent blieb der Beitrag unverändert. Unter den Autobesitzern mit Haftpflichtversicherung geben 52,1 Prozent an, eine Preiserhöhung erhalten zu haben; bei 29,9 Prozent änderte sich der Beitrag nicht.
Jingle Die aktuellen Zahlen des Investmentverbands BVI belegen einmal mehr, wie flott der ETF-Zug in Deutschland rollt. Zunächst zum Gesamtbild: „2025 war ein starkes Jahr. Die Fondsbranche verbuchte bei Publikumsfonds das beste Neugeschäft seit 2021 und verwaltet mit über 4.850 Milliarden Euro ein Rekordvermögen“, sagt BVI-Präsident Matthias Liermann.
Insgesamt flossen Investmentfonds netto rund 154 Milliarden Euro zu. Offene Publikumsfonds (für Privatanleger) griffen davon 86 Milliarden Euro ab. Und davon wiederum gingen 57 Milliarden Euro an Aktien- und Renten-ETFs. Damit sorgten ETFs für zwei Drittel aller Zuflüsse in Publikumsfonds.
Das ist zunächst eine gute Nachricht, schließlich kommt der Investmentbranche viel frisches Geld ins Haus. Doch der hohe ETF-Anteil sorgt dafür, dass es recht margenarm ist. Heißt: Die Fondsanbieter verdienen daran nicht sonderlich viel.
Abmod Und das war es mit dieser Podcast-Folge. Wir hören uns am kommenden Freitag wieder! Bis dahin gilt wie immer: Bleiben Sie optimistisch, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.
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