Die Woche 253 – KI, Börse und Beratung und Doreen Gossert im Gespräch
Moin aus Hamburg und herzlich Willkommen zu Folge 253 unseres Podcasts. Heute ist Freitag, der 30. Januar 2026.
Und diese Themen haben wir heute für Sie: • Im Schmolltalk widmen wir uns der Blau Direkt Network Convention in Helsinki und der Frage, was Investmentberater ihren Kunden mitteilen müssen. • Mit Doreen Gossert sprechen wir über ihre neue Tätigkeit bei Finas Versicherungsmakler. • Und in den News der Woche zieht ein Hamburger Anwalt gegen die Generali ins Feld. Eine Umfrage in der Gewerbeversicherung zeigt, dass Kunden weniger zufrieden mit ihren Betreuern sind als in den vergangenen Jahren. Die KFZ-Versicherung für E-Autos ist oft teurer als für Verbrenner. Und die Pflegekosten steigen. Mal wieder.
Aus der Redaktion (#Schmolltalk) In dieser Woche fand die Network Convention des Maklerpools Blau Direkt in Helsinki statt. Wir berichte, was es an Neuigkeiten für Makler gibt. https://www.pfefferminzia.de/branche/bildstrecken/eindruecke-von-der-blau-direkt-network-convention-2026/ Außerdem behandeln wir die Hörerfrage, ob Berater in der Bank auch darauf hinweisen müssen, dass man Fonds an der Börse kaufen kann. https://www.pfefferminzia.de/vorsorge/muessen-berater-erwaehnen-dass-man-fonds-an-der-boerse-kaufen-kann/
Im Gespräch Mit Doreen Gossert, Finas Tatsächlich wurden wohl sogar Wetten abgeschlossen, wohin es die Rechtsschutzspezialistin Doreen Gossert denn wohl zieht. Jahrelang war sie bei der KS/Auxilia und ging dann von dort weg. Dann die Auflösung: Sie wechselte zur Finas Versicherungsmakler in der Lutherstadt Wittenberg. Ihre ersten 100 Tage sind dort nun um, weshalb wir uns mit ihr über ihre Aufgaben, Maklerkonzepte, Hochwasser in der Elbe, Berlinerin in Wittenberg und … äh … Kaffee unterhalten.
Die News der Woche In Hamburg bahnt sich ein Konflikt zwischen einem Rechtsanwalt und der Generali Deutschland Lebensversicherung an. Die auf Versicherungsrecht spezialisierte Anwaltskanzlei Jöhnke & Reichow hat das Mandat einer Kundin übernommen, die angeblich seit elf Monaten keine Antwort von ihrem Versicherer erhalten hat.
Wie Rechtsanwalt Björn Thorben M. Jöhnke auf der hauseigenen Website schreibt, handelt es sich um eine Altenpflegerin mit mehreren Erkrankungen. Unter anderem Erschöpfungssyndrom, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, hoher Gewichtsverlust und Aussetzer beim Sprechen und Lesen. Im Dezember 2023 beantragte sie Leistung aus ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung. Die hat sie bis heute wohl nicht erhalten. Stattdessen habe der Versicherer zunächst begonnen, die Leistung zu prüfen, sich nun aber seit knapp elf Monaten nicht mehr gemeldet, berichtet Jöhnke weiter. Erinnerungsschreiben wurden nicht beantwortet.
Der Anwalt wörtlich: „Ein derartiges Vorgehen eines Berufsunfähigkeitsversicherers ist nicht akzeptabel und nicht mehr zumutbar für die Versicherungsnehmerin.“ Doch vor Gericht soll es natürlich nicht sofort gehen. Zunächst geht es wie immer um eine außergerichtliche Lösung.
Jingle Die kriselnde Wirtschaft hinterlässt Spuren im Verhältnis zwischen Gewerbekunden und ihren Versicherern. Das geht aus der Studie „Kubus Gewerbekunden“ der Unternehmensberatung MSR Consulting hervor. Die Analysten befragten dafür fortlaufend Gewerbekunden. Fast 16.000 Urteile flossen in die Studie ein.
Und die zeigt: Fast alle Schlüsselzahlen gingen zurück. Die Bereitschaft, den Versicherer weiterzuempfehlen – gemessen am sogenannten Net Promoter Score, kurz NPS – sank von 44 Punkten im Vorjahr auf nun 40 Punkte. Niedriger lag sie zuletzt nur 2022, damals bei 39 Punkten. Auch die Kundenzufriedenheit sinkt. Betrug die Note im Jahr 2022 noch 1,98, geht sie seitdem fortlaufend zurück auf nunmehr 2,09. 71 Prozent der Gewerbekunden sind vollkommen (23 Prozent) oder sehr zufrieden mit ihrem Versicherer.
Den Schlüssel zu diesem Trend vermuten die MSR-Forscher in einer Mischung aus Ursachen:
- Das Wirtschaftsumfeld drückt. So geben beispielsweise 29 Prozent der Bau-Unternehmen an, dass der Fachkräftemangel ihre Existenz bedroht. Dafür fühlen sich im Einzelhandel 15 Prozent durch Inflation und steigende Einkaufskosten beziehungsweise Energiekosten bedroht.
- Die Beiträge für Gewerbeversicherungen sind zum Teil stark gestiegen, was die vorgenannten Effekte verstärkt.
- Gewerbekunden reagieren deshalb empfindlicher auf die Preise und neigen eher dazu, den Versicherer zu wechseln. 13 Prozent der Kunden haben in den vergangenen zwei Jahren mindestens eine Versicherung neu abgeschlossen. Die meisten Verträge sind KFZ-Policen für Firmenfahrzeuge.
Nun könnte man das alles vielleicht abfedern, indem sich Betreuer besser um Kunden kümmern. Doch auch hier nimmt die Zufriedenheit ab. So gaben 2024 noch 78 Prozent der Kunden an, mit ihrem Betreuer zufrieden zu sein. Jetzt sind es nur 73 Prozent. Unterschiede gibt es dabei in den Vertriebswegen. Wer sich in der Ausschließlichkeit oder direkt vom Versicherer betreuen lässt, ist zu 28 Prozent vollkommen und zu 46 Prozent sehr zufrieden. Bei Makler- und Vermögensberaterkunden sind nur 11 Prozent vollkommen zufrieden, aber immerhin 60 Prozent sehr zufrieden.
Jingle Ein Elektroauto zu versichern, ist aktuell oft teurer als der Versicherungsschutz für einen Verbrenner. Wie Modellrechnungen des Vergleichsportals Verivox zeigen, sind die Versicherungsbeiträge für E-Autos unter sonst gleichen Bedingungen bis zu 44 Prozent höher als für das Pendant mit Verbrennungsmotor. Günstiger ist die KFZ-Versicherung für Stromer nur bei rund 32 Prozent der Tarife. Bei 19 Prozent der Angebote liegen die Kosten gleichauf.
„Versicherer haben E-Autos lange Zeit per se günstiger bepreist als Benziner“, sagt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer von Verivox Versicherungsvergleich. „Zum einen lagen nicht ausreichend Schadensdaten vor und zum anderen wollten Versicherer sich auf einem jungen Wachstumsmarkt positionieren. Doch die Zeit der pauschalen Vorschusslorbeeren für E-Autos ist vorbei“, meint er. Schadensdaten zeigten mittlerweile, dass Elektroautos zwar seltener Schäden verursachen. Aber wenn, dann höhere. Und das haut vor allem in der Vollkasko rein.
Jingle Die Preise in der Pflege steigen weiter. Jetzt haben die Gesamtkosten für Heimplätze einen neuen zweifelhaften Rekord aufgestellt: Ende 2025 lagen sie im Durchschnitt zum ersten Mal über 5.000 Euro, nämlich bei 5.033 Euro.
Das hat das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIDO) ermittelt. Es stellte fest, dass auch der Staat den Trend nicht brechen kann. Obwohl er mehr zuschießt und Leistungen zusätzlich über Dynamisierung steigen lässt, ziehen die Eigenanteile an. Laut WIDO liegt das an den gestiegenen Lohnkosten. Und das liegt wiederum daran, dass Einrichtungen Mitarbeiter nach Tarif bezahlen müssen und diese wegen der Inflation gestiegen sind. Was für die Angestellten zweifellos gute Nachrichten sind. Aber es treibt nun mal die Preise.
Doch wie geht es nun weiter? Dafür haben die Wissenschaftler einige Szenarien durchgespielt. Stiegen die Zuzahlungen jährlich eher mittelstark um 10 Prozent, würden die Eigenanteile bis 2030 auf 1.636 Euro im Monat wachsen. Allerdings kommen noch Unterkunft, Verpflegung und Investition hinzu, und die ziehen ebenfalls an.
Abmod Und das war es mit dieser Podcast-Folge. Abonnieren Sie „Die Woche“ doch gleich auf einer der gängigen Plattformen. Und hinterlassen Sie dort gerne eine Bewertung.
Dann hören wir uns auch garantiert am kommenden Freitag wieder! Bis dahin gilt wie immer: Bleiben Sie optimistisch, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.
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