Moin aus Hamburg und herzlich Willkommen zu Folge 289 unseres Podcasts. Heute ist Freitag, der 6. November 2026.
Und diese Themen haben wir heute für Sie:
Im Schmolltalk sprechen wir über das Geschäftsmodell der Neobroker.
Mit Tim Groothedde von der VGH unterhalten wir uns über die neue Maklermarke ÖDV.
Und in den News der Woche lässt der BGH einen Tesla-Fahrer abblitzen. Eine Auswertung des Resultate Instituts zeigt, dass eher kleinere Maklerbestände bei Käufern gefragt sind. Viele Haushalte hätten nach einem Einkommensausfall nur wenig Zeit, um sich zu berappeln. Und eine Babypause kann in der Altersvorsorge teuer werden.
Aus der Redaktion (#Schmolltalk)
Die Neobroker bringen sich in Sachen Altersvorsorgedepot in Stellung – maximal aggressiv. Kann dieses Geschäftsmodell langfristig aufgehen? Wir sprechen darüber.
Übergangsjingle
Im Gespräch
Ein Besuch im Tonstudio unseres Podcast-Dienstleisters German Wahnsinn auf St. Pauli ist immer etwas Besonderes. Da steht nen Flügel, E-Gitarren, es ist muckelig mit Teppichen ausgelegt – Tonstudio halt. Noch besser wird es aber dann, wenn sich unser Interviewgast mal eben an den Flügel setzt und Layla von Eric Clapton anstimmt. So war die Stimmung für unser Interview gleich richtig gut. Alsdann ging es mit Tim Groothedde, Abteilungsdirektor Vertrieb Partnergeschäft der VGH, um die neue Maklermarke, die die VGH ins Leben gerufen hat, die Öffentliche Dienst Versicherung, kurz ÖDV. Sie richtet sich an Beamte, Anwärter, Referendare und Angestellte im öffentlichen Dienst und beginnt mit der Privat- und Diensthaftpflicht sowie dem Hausrat. Warum die VGH diesen Weg geht und was Makler davon haben, haben Pfefferminzia-Geschäftsführer Matthias Heß und ich mit Tim besprochen. Los geht's.
Übergangsjingle
Die News der Woche
Manche Autofahrer wollen es ganz genau wissen und rollen mit ihrer Klage bis zur obersten Instanz durch. Zum Beispiel jener Tesla-Fahrer, der jetzt auch vom Bundesgerichtshof (BGH) erfahren musste: Das Landgericht Hildesheim und das Oberlandesgericht Celle lagen mit ihren Urteilen richtig.
Was war passiert? Der Mann kauft im September 2022 einen nagelneuen Tesla Model Y Long Range für rund 59.000 Euro. Kurz darauf erleidet er damit unverschuldet einen Verkehrsunfall. Als Ersatzfahrzeug kauft er zwei Tage darauf einen ebenfalls neuen Tesla Model Y Performance 2023. Der kostet aber über 8.600 Euro mehr. Außerdem hat er 20 PS mehr unter der Haube, insgesamt 534 PS. Könnte an der Ampel was hermachen.
Interessanterweise fordert er darauf, dass ihm die KFZ-Haftpflicht seines Unfallgegners nicht nur den zerstörten Wagen ersetzt, sondern den neu gekauften. Sozusagen sein Upgrade. Der Versicherer hält dagegen und bezahlt nur das kaputte Auto. Weshalb der Tesla-Fahrer wegen der übrigen 8.650 Euro vor Gericht zieht.
Sein Argument: Zum Kaufzeitpunkt nach dem Unfall sei nur das neu gekaufte Modell erhältlich gewesen. Auf einen neuen Tesla Model Y Long Range hätte er hingegen drei oder sogar vier Monate warten müssen. Zudem wies er darauf hin, dass die KFZ-Haftpflicht durch seinen zügigen Neukauf Geld gespart hat. Zum Beispiel Kosten für einen Mietwagen oder für den Nutzungsausfall.
Das alles ließ – analog zu den Vorinstanzen – auch der BGH nicht gelten. Der Ersatzanspruch beschränke sich auf die Kosten, zu denen er Ersatz beschafft, bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswerts für das kaputte Auto. Die Richter wiesen darauf hin, dass das neu gekaufte Ersatzauto nicht gleichwertig mit dem Unfallwagen sei. Es sei teurer und die Motorleistung sei höher.
Jingle
Geht es um den Kauf von Maklerbeständen, sind eher kleinere gefragt. Das zeigt eine Auswertung der Nachfolger- und Investorendatenbank des Resultate Instituts. Fast jeder zweite Interessent, genau gesagt 49 Prozent, sucht demnach einen Bestand mit einem Budget von bis zu 250.000 Euro. Vier von fünf Interessenten bleiben unter einer Million Euro.
Insgesamt haben die Käufer ein Budget von mehr als 1,5 Milliarden Euro angemeldet. Die Datenbank gibt es seit Sommer. Viele Interessenten sind selbst Makler. Andreas Grimm vom Resultate Institut warnt aber: Kleine Bestände können bei der Übertragung knifflig sein, zum Beispiel bei der Datenqualität.
Ab einem Budget von 250.000 Euro würden mehr als neun von zehn Interessenten auch gleich die ganze Maklergesellschaft übernehmen. Bei Budgets bis 100.000 Euro ist es nur etwa jeder Vierte.
Auch die Sparten spielen eine Rolle. Am meisten gesucht werden Sachversicherungen mit knapp 84 Prozent, dahinter folgen gewerbliche Versicherungen mit rund 67 Prozent. Häufig ausgeschlossen werden dagegen Kontokorrent, alternative Investmentprodukte und die Vermögensverwaltung. Regional gibt es ebenfalls Unterschiede: In den Postleitzahlgebieten 5, 7, 8 und 9 ist die Nachfrage mit 42 bis 43 Prozent besonders hoch, im Gebiet 0 mit 28 Prozent am niedrigsten. Kleinere Käufer suchen meist in ihrer Region, große Investoren eher bundesweit.
Jingle
Viele Haushalte haben nur ein sehr kleines finanzielles Polster. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Civey im Auftrag der Debeka. Gut die Hälfte könnte ihre laufenden Ausgaben höchstens drei Monate bezahlen, wenn das Einkommen wegfällt.
22 Prozent kämen nicht einmal einen Monat über die Runden. Nur 23 Prozent könnten länger als ein halbes Jahr durchhalten. Auffällig ist: Fast doppelt so viele Frauen wie Männer sagen, dass ihr Geld weniger als einen Monat reicht.
Auch bei einer überraschenden Rechnung wird es schnell eng. 37 Prozent könnten eine unerwartete Ausgabe von 3.000 Euro nicht ohne Probleme stemmen. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 63 Prozent. Haushalte mit Kindern trifft es mit 46 Prozent häufiger als Haushalte ohne Kinder mit 34 Prozent. Und was tun die Leute, wenn das Geld knapp wird? 54 Prozent würden zuerst ihre Ausgaben senken. Nur 14 Prozent würden an Sparbeiträgen und Vorsorge sparen.
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Baby bekommen? Sparplan ausgesetzt? Das Vergleichsportal Verivox hat nun vorgerechnet, wie teuer familienbedingte Sparpausen im ETF-Sparplan werden können. Je nach Länge der Auszeit sinkt das angesparte Vermögen bis zum Rentenbeginn mit 67 Jahren um bis zu 222.000 Euro.
Die Rechnung beginnt früh. Wer mit 25 Jahren monatlich 300 Euro in einen ETF-Sparplan einzahlt, kommt laut Verivox bei konstanter Rendite in Höhe von 7,5 Prozent bis zum Rentenbeginn mit 67 Jahren auf einen Depot-Wert von gut 991.000 Euro. Dann setzt Verivox den Bruch in den Sparverlauf: Mit 30 Jahren bekommt die Sparerin ihr erstes Kind und setzt vorübergehend im Job aus. Wie das eben so ist.
Im ersten Jahr der Auszeit sinkt die Sparrate in der Modellrechnung um etwa ein Drittel. Denn das Elterngeld deckt ja auch nur zwei Drittel des letzten Einkommens ab. Allein im ersten Jahr fehlen dadurch 1.260 Euro Vermögen.
Dauert die Erwerbsauszeit länger als zwölf Monate, fällt das Elterngeld in der Modellrechnung komplett weg. Der Sparplan setzt dann komplett aus. Nach einer dreijährigen familienbedingten Jobauszeit hätte die Sparerin bis zur Rente gut 108.000 Euro weniger im Depot als ohne Sparpause. Dauert die Auszeit bis zur Einschulung des Kindes, also sechs Jahre, wären es 222.000 Euro.
Abmod
Und das war es mit dieser Podcast-Folge. Wir hören uns am kommenden Freitag wieder! Bis dahin gilt wie immer: Bleiben Sie optimistisch, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.