Podcast-Folge 284: DKM 2026 und Investieren in Megatrends
Moin aus Hamburg und herzlich Willkommen zu Folge 284 unseres Podcasts. Heute ist Freitag, der 02. Oktober 2026.
Und diese Themen haben wir heute für Sie: • Im Schmolltalk widmen wir uns Megatrends, in die man investieren kann. • Mit Lisa Knörrer von der BBG unterhalten wir uns über das Programm der diesjährigen DKM. • Und in den News der Woche schlagen Kieler Ökonomen vor, dass Privatversicherte einen Soli zahlen sollen. 46 Ökonomen klettern auf die Barrikaden. Kriminelle betrügen zunehmend die GKV. Und die Zahl der Schäden in der Managerhaftpflichtversicherung ist 2025 deutlich gestiegen.
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Aus der Redaktion (#Schmolltalk) Eine unserer Geschichten im nächsten Printheft dreht sich um das Thema Investieren in Megatrends. Ist das überhaupt sinnvoll? Und welche Megatrends gibt es aktuell? Darüber sprechen wir.
Im Gespräch Mit Lisa Knörrer, BBG Ende Oktober wird Dortmund wieder zum Treffpunkt der Versicherungsbranche: Die DKM 2026 steht vor der Tür. Und die Themen, die dort diskutiert werden, haben es in sich: Künstliche Intelligenz, die Reform der privaten Altersvorsorge samt Altersvorsorgedepot und eine zunehmende Konsolidierung im Maklermarkt. Über all das spreche ich heute mit jemandem, die es wissen muss: Lisa Knörrer ist Geschäftsführerin der BBG und Mit-Veranstalterin der DKM.
Die News der Woche Mit den Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu einem „Gerechtigkeitsproblem“ im deutschen Gesundheitssystem ist die Debatte um das duale System wieder aufgeploppt. Nun macht ein Papier des Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) vom Mai 2026 die Runde, in dem die Ökonomen vorschlagen, dass gutverdiendende PKV-Versicherte einen Soli zahlen sollen.
Nach Ansicht der Autoren Jens Boysen-Hogrefe und Ulrich Schmidt liegt das Problem darin, dass der Sozialausgleich momentan fast ausschließlich von gutverdienenden GKV-Mitgliedern getragen wird. Sie finanzieren die niedrigeren Beiträge von Geringverdienern und Arbeitslosen mit. Wer über der Versicherungspflichtgrenze von derzeit 77.400 Euro liegt, kann sich diesem Prinzip durch den Wechsel in die PKV entziehen.
Der Solidarbeitrag der PKV-Versicherten soll sich an dem orientieren, was ein Gutverdiener mit Höchstbeitrag der GKV real zur Finanzierung beiträgt. Dazu ziehen die Autoren die durchschnittlichen Gesundheitskosten, die je nach Alter und Geschlecht anfallen, vom Höchstbeitrag ab. Grundlage sind die GKV-Leistungsausgaben 2024 ohne Krankengeld.
Wie viel wären das? Hier einige Beispiele: • Ein männlicher Single zwischen 25 und 45 Jahren käme auf 623 Euro, eine Frau in dieser Gruppe auf 543 Euro. • Mit einem Kind sinken die Werte auf 445 (Mann) und 365 Euro (Frau), mit zwei Kindern auf 266 und 186 Euro. • Bei Singles zwischen 46 und 65 liegen die Werte bei rund 447 bis 453 Euro. • Ab 76 Jahren werden die Beiträge durchweg negativ, weil ältere Versicherte im Schnitt mehr Kosten verursachen, als ein Höchstbeitrag deckt.
Für ältere Privatversicherte sehen die Autoren bei einer Einführung Bestandsschutz oder eine Wechselmöglichkeit in die GKV vor, um Härtefälle zu vermeiden.
Jingle Da hat jemand die Faxen aber so richtig dicke. Während sich Berlin nämlich daran macht, die geplante Rentenreform zu zerpflücken, warnen Volkswirte genau davor. Wie Medien berichten, fordern sie einstimmig, dass alle von der Alterssicherungskommission vorgeschlagenen Maßnahmen komplett umgesetzt werden. Wörtlich verlangen sie, die Empfehlungen „als konsistentes Bündel von Maßnahmen“ umzusetzen. Nur als Gesamtpaket könne die Reform ihre „positive und stabilisierende Wirkung“ entfalten.
46 Wissenschaftler haben den Aufruf unterschrieben. Dazu gehören Ifo-Instituts-Präsident Clemens Fuest, Constanze Janda (die die Kommission mit leitete), Basisrenten-Namens-Pate Bert Rürup, Moritz Schularick aus dem Institut für Weltwirtschaft in Kiel und sogar drei Wirtschaftsweise.
Mit ihrem Aufruf betonen die Ökonomen einmal mehr, wie abgestimmt die einzelnen Maßnahmen in der Rentenreform sind. Eigentlich ist das sogar in der Koalition aus CDU und SPD bekannt, denn Arbeits- und Sozialministerin Bärbel Bas von der SPD bezeichnete das Projekt als Gesamtkunstwerk. Gleichwohl begannen Ministerpräsidenten einzelner Länder dagegen aufzubegehren. Auch die SPD fing an herumzukritteln und einzelne Aspekte verändern zu wollen.
Das wohl bekannteste Beispiel ist die „Rente mit 63“. Studien zufolge nutzen sie zurzeit hauptsächlich gesunde, gutverdienende Männer. Weshalb der Staat lieber gezielt diejenigen stützen soll, die es wirklich brauchen. Lässt man die Rente mit 63 aber so, wie sie ist, fehlt das gesparte Geld an anderer Stelle. Es ist nun mal eine Gesamtkalkulation. Deshalb heißt es im Aufruf: Wer einzelne Bestandteile streiche, müsse gleichwertigen Ersatz vorlegen. Zitat: „Andernfalls fällt das gesamte Konzept zusammen, und die immer größer werdenden Probleme werden weiter vertagt – zulasten der Jüngeren, die schon heute unter steigendem Druck stehen.“
Jingle Als wären die Kassen noch nicht klamm genug, nun auch noch das: Betrug im Gesundheitswesen nimmt weiter zu. So meldet die Krankenkasse DAK-Gesundheit für die Jahre 2024 und 2025 rund 2.300 neue Fälle. Das sind 30 Prozent mehr als zuvor. Der Gesamtschaden liegt bei 15,6 Millionen Euro. 5,9 Millionen Euro konnte die Kasse sichern. Das könnte allerdings auch aus älteren Fällen stammen.
Der Schaden geht nicht etwa auf normale Patienten zurück. Standen früher Einzeltäter oder kleinere Netzwerke im Fokus, sind es heute professionell organisierte Kriminelle. Nicht zuletzt die neue Digitaltechnik bringt neue Betrugsmuster hervor. Ermittlungen werden dadurch aufwendiger, Schäden größer und die Aufklärung langwieriger.
Den höchsten Schaden verzeichnet die DAK mit 5,5 Millionen Euro bei Arznei- und Verbandmitteln. Ursache sind vor allem gefälschte Rezepte. Zwischen April 2024 und November 2025 registrierte die Kasse etwa 1.000 solcher falschen Scheine mit einem Schaden von rund 1,1 Millionen Euro. Vor allem hochpreisige Krebsmedikamente und Abnehmspritzen rechnen die Kriminellen so ab.
Rettung erhofft sich die DAK übrigens durch das E-Rezept. Nutze man das konsequent, könne man Rezepte nicht so einfach fälschen, heißt es von der Kasse.
.Jingle In der Managerhaftpflichtversicherung (auch Directors-and-Officers-Versicherung, kurz D&O-Versicherung genannt) ist es im vergangenen Jahr zu deutlich mehr Schäden gekommen als im Vorjahr. Die Zahl legte um 13 Prozent auf rund 3.000 Fälle zu. Der Gesamtschadenaufwand wuchs um fast 16 Prozent auf 342 Millionen Euro. Das zeigt die aktuelle D&O-Geschäftsstatistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Ein einzelner Schaden kostete die Versicherer im Schnitt gut 113.000 Euro.
Besonders auffällig ist die Schadenquote nach Abwicklung. Zwischen Schaden und endgültiger Regulierung können mehrere Jahre liegen. Entsprechend schwanken die Schadenquoten von Jahr zu Jahr erheblich. Die Schadenquote nach Abwicklung stieg 2025 auf 105,8 Prozent und damit auf den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Grund sind Großschäden.
Als wichtigen Treiber für die Schäden nennt der GDV die wirtschaftlich angespannte Lage. Denn die Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt. 2025 erreichte der Wert mit mehr als 24.000 Pleiten den höchsten Stand seit 2014.
Abmod Und das war es mit dieser Podcast-Folge. Wir hören uns am kommenden Freitag wieder! Bis dahin gilt wie immer: Bleiben Sie optimistisch, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.
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