00:00:04: Herzlich willkommen zu die Woche der Pferfaminzia-Podcast für Versicherungshelden.
00:00:08: Mein Name ist Karen Schmidt
00:00:10: und ich bin Andreas Harms, hallo!
00:00:12: Jede Woche gibt es hier von einer Redaktion Was auf Die Uhr.
00:00:15: Wir kommen in die wichtigsten Themen der Woche, die unsere Branche und uns bewegt
00:00:19: haben.
00:00:28: Moin aus Hamburg und herzlich Willkommen zur Folge zweihundertachzig unseres Podcasts.
00:00:33: Heute ist Freitag der vierte September zweitausendsechsenzwanzig.
00:00:37: wir sind zurück aus der Sommerpause und haben gleich eine besondere Folge für Sie.
00:00:41: Scholle und ich haben im August ein Gespräch mit Julia Wienz geführt.
00:00:45: Sie ist seit Januar, zwei Tausend vierundzwanzig Exekutivdirektorin für die Versicherungs- und Pensionsfondsaufsicht bei der BAFIN – und hat in dieser Rolle natürlich einen ganz besonderen Blick auf unsere Branche!
00:00:57: Wie fällt Ihr Fazit nach rund zweieinhalb Jahren im Aufsichtsamt aus?
00:01:01: Wir sprechen unter anderem über hohe Kosten in Lebensversicherungen den oft zitierten angemessenen Kundennutzen, die Altersvorsorgereform Baustellen bei den Schaden und Unfallversicherern, und den Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Branche.
00:01:16: Jetzt geht's los!
00:01:18: Herzlich willkommen zu einer neuen Podcastfolge von Pfefferminzia.
00:01:22: Und heute haben wir einen ganz Special-Gest bei uns im Studio in St.
00:01:25: Pauli.
00:01:25: Nämlich Julia Wiens von der Barfin.
00:01:27: Ganz herzlich Willkommen.
00:01:28: Wir freuen uns sehr dass Sie da sind.
00:01:30: heut Ja
00:01:30: danke schön.
00:01:31: Herzlichen Dank für die Einladung.
00:01:33: Ich freue mich auch auf das Gespräch.
00:01:34: Sehr schön Ja, Sie sind nun seit Januar, zwei Tausend vierundzwanzig Exekutivdirektorin für den Geschäftsbereich Versicherungs- und Pensionsfondsaufsicht bei der BAFIN.
00:01:43: Das ist ein langer Titel.
00:01:47: Wie ist denn Ihr Fazit nach so zweieinhalb Jahren?
00:01:50: Es ist ein schöner Zungenbrecher!
00:01:52: Ich vermeide das lange auszusprechen!
00:01:55: Mein
00:01:57: Fazit ist durchweg positiv.
00:01:59: Ich finde, die Aufgabe ist immer noch total spannend abwechslungsreich und letztlich auch viel fielfältiger als man sich das von außen so vorstellt.
00:02:06: Sie hat aus meiner Perspektive immer drei Komponenten.
00:02:10: Das eine ist die Internationalitätigkeit, die ich extrem bereichern finde weil es auch immer neue Impulse setzt und auch zeigt dass die Themen, Global, tatsächlich alle die gleichen sind.
00:02:21: Nur die Lösungen sind nicht immer die gleiche.
00:02:24: Dann haben wir natürlich den nationalen Part.
00:02:25: das ist das was in der Öffentlichkeit am meisten gesehen wird Die Aufsicht über die Unternehmen.
00:02:30: da finde ich dass jetzt spannend.
00:02:32: Sie wissen Ich habe bin fast dreißig Jahre in der Branche tätig gewesen Jetzt und immer verantwortlich für einen Unternehmen Und jetzt die Perspektive zu wechseln auf die gesamte branche zu gucken Ja, auch zu gucken wo sind Themen die die ganze Branche vielleicht in Schwierigkeiten bringen könnten und darauf zu achten und das auch zu gestalten.
00:02:51: Und der dritte Part ist der interne Part.
00:02:54: also natürlich gucken wir dass wir moderner werden auch wir vom Digitalisierungsthemen unsere weiter und hier vor allem bei uns im Moment Im Schwerpunkt unser Aufsichts handeln Risiko orientiert dazu gestalten und unsere Ressourcen eben genau da einzusetzen was ja meisten Wirksamkeit erzielen.
00:03:11: Also super spannend, super
00:03:12: spannendes Feld.
00:03:13: Ja, sehr abwechslungsreich in der Tat!
00:03:15: Wie wird man so was eigentlich?
00:03:17: Ich meine sie waren ja in der Baloise im Vorstand und hat dann die Barfeln gefragt oder haben Sie sich beworben?
00:03:23: oder wie geht denn das?
00:03:24: Es war natürlich bekannt dass Herr Doktor Grund aufhören würde, das war kein Geheimnis... Aber de facto wird man abgesprochen vom Headhunter, wie das auch in anderen Positionen auf dem Level so ist.
00:03:34: Und dann führt man es an oder andere Gespräche fängt an sich mit der Aufgabe zu beschäftigen und zu überlegen könnte das was sein?
00:03:41: Was beinhaltet die Aufgabe eigentlich wirklich?
00:03:43: Und genau da wurde mir eben auch schon von diesem Dreiklang erzählt und ja und dann kommt es dann irgendwann tatsächlich zum Vertragsschluss.
00:03:53: Und gab's aus der Branche vielleicht auch mal Gegenwind?
00:03:57: So Sprüche!
00:03:58: Genau,
00:04:00: also
00:04:00: die dunkle Seite der Macht gewechselt.
00:04:02: Ja das gibt es natürlich schon manchmal wir sagen immer auf die gute Seite der macht.
00:04:08: Das nehmen wir auch
00:04:09: mit Perspektiven.
00:04:12: Mir wurde mal gesagt dass da viel Idealismus dazu gehört um diese Rolle anzunehmen.
00:04:17: und ja aber ansonsten Eigentlich ganz viel Zustimmung, ehrlich gesagt.
00:04:22: Weil die Leute das gut finden, denn jemand in der Verantwortung ist, der die Branche eben wirklich kennt und nicht jemand, der ganz von außen kommt vielleicht.
00:04:29: Und für die Bransche wichtig war, dass jemand aus der Branche diese Rolle übernimmt weil dann klar ist, dass auch ein gewisses Verständnis für die Themen- und für die Herausforderung der Branschen vorherrscht.
00:04:39: Das hilft, ne?
00:04:40: Ja ja absolut!
00:04:42: Ich hab da manchmal so... Kinder ja auch eine Zeit lang im Kindergartenalter waren.
00:04:47: Gerade wenn man so Mark Branson nimmt oder sie, da habe ich manchmal das Gefühl es ist wie so Erzieher mit einer Rasselbande.
00:04:56: Die Banken wollen immer testen, wie weit sie gehen können und dann muss man lieber aufsichtigen trifft es das?
00:05:03: Oder ist es ein bisschen anders?
00:05:06: Ich finde, es ist schon ein bisschen anders.
00:05:09: Denn eigentlich ist mein Anspruch zumindest wirklich auf Augenhöhe auch mit den Unternehmen sich nicht zu unterhalten.
00:05:14: Die finde ich auch letztlich ... Ich spreche jetzt für die Versicherungsbranche.
00:05:17: Bankenbranche kann ich nicht beurteilen aber die Versicherungsbranchen sind wirklich sehr professionell.
00:05:22: Sie zeigen sich gerade bei schwierigen Themen oft Kompromissbereits und sehr dialogorientiert.
00:05:27: also man hat schon einen gewisserweise kooperativen Umgang miteinander.
00:05:31: Aber ja Es gibt natürlich manchmal auch so Fälle.
00:05:35: Da würde ich sagen, da passt vielleicht das Bild mit den störtischen Kindern.
00:05:38: Natürlich gibt es auch Unternehmen, die wir mal phasenweise ein bisschen enger begleiten müssen.
00:05:43: Denn ich meine letztendlich also Themen wie Regulatorik oder Governance ... sagt man salopp ist nicht ganz so sexy wie Umsatz und Premiumsteigerung.
00:05:52: ja
00:05:53: wird also manchmal ein bisschen vernachlässigt.
00:05:56: Ja, sie nehmen vielleicht nicht jedes Unternehmen immer den gleichen Stellenwert diesen Themen zu wie wir es für richtig halten.
00:06:03: Um es diplomatisch zu formulieren.
00:06:06: Ein Thema was ja die Barfin sehr umtreibt sind die vermeintlich hohen Kosten in Versicherungsprodukten.
00:06:12: das ist ja auch sehr unterschiedlich von der Spanne.
00:06:14: das haben Sie ja auch schon in bestimmten Reden gesagt.
00:06:19: Das Wohlverhaltensmerkblatt veröffentlicht, das eben den Umgang auch mit Gebühren und Renditen und Pohesionen und so regelt.
00:06:26: Im Jahr ist es jetzt auch drei Jahre her.
00:06:29: Hat sich denn da was geändert?
00:06:30: Ja ich finde schon!
00:06:32: Unser Merkblat haben wir ja rausgebracht insbesondere also gar nicht fokussiert auf die Kosten.
00:06:37: tatsächlich aber eben um wirklich zu sagen ja... Es geht hier um Kapitalgebundene Lebensversicherungsprodukte, da geht es darum dass die Kunden wirklich auch eine gewisse Rendite erreichen am Ende.
00:06:48: Das Anlageziel ist wirklich ertrag zu machen um dann am ende auch eine lebenslange Rente zu haben.
00:06:53: und hier ist schon wichtig das die Unternehmen sicherstellen dass diese Produkten angemessenen Nutzen für den Kunden haben.
00:07:00: Das war der Fokus des Merkplatz und ja, wir haben viel erreicht.
00:07:04: Wir haben wirklich viel erreicht an Verbesserung!
00:07:06: Wir haben erreicht das Produkte die diesen sogenannten angemessenen Kundennutzen nicht erzielen dass sie vom Markt genommen wurden.
00:07:12: Wir habe erreicht es rückwirkend auch Kosten reduziert wurden in Produkten Und wir haben auch erreicht, dass die Effektivkosten gesenkt wurden.
00:07:20: Wir haben ja eine Untersuchung gemacht zu Anfang als das Merkblatt rausgebracht haben und haben die aktualisiert und haben gesehen, dass gerade bei den langen Laufzeiten im Standardbereich also dreißig Jahre plus die Effektivkost noch mal runter gegangen sind um rund vierzig Basispunkte was ich ehrlicherweise relativ viel finde.
00:07:37: Das
00:07:37: ist ordentlich, ne?
00:07:38: Ja!
00:07:38: Also insofern würde ich sagen ja es bringt etwas, dass wir den Fokus daraufgesetzt haben und es hat einen Umdenken stattgefunden Wissen wir, nehmen das Thema sehr ernst.
00:07:48: Warum
00:07:48: deckeln Sie nicht einfach die Kosten?
00:07:50: Das ist nicht Aufgabe der BAfö, das ist Aufgabe der Politik und von daher handeln wir mit den Gegebenheiten, die da sind.
00:07:57: Der angemessene Kundennutzen wie sie sich eben auch schon dann, das is natürlich recht!
00:08:02: Schwammig, sag ich mal.
00:08:03: Das kann ja vieles bedeuten... Was ist das denn?
00:08:07: Konkret!
00:08:08: Wie messen Sie das?
00:08:09: Beziffern Sie
00:08:10: das?!
00:08:10: Ich finde es gar nicht so schwierig wie's sich anhört.
00:08:13: Für uns ist wichtig dass wir da prinzipienorientiert rangehen und eben keinen einfachen starren Kostendeckel vorgeben sondern Wir wollen auch passgenau auf die verschiedenen Situation bei den unterschiedlichen Versichern auch reagieren können.
00:08:29: Vor allem Wollen wir auch nicht den Wettbewerb einschränken oder auch die Innovationskraft der Branche?
00:08:33: Ja.
00:08:34: Also deswegen, wir betreiben keine Preiskontrolle.
00:08:36: Wir haben diesen angemessenen Kundennutzen muss man sich vorstellen dass die Kunden ja unterschiedliche Ansprüche haben.
00:08:43: Manche wollen Rendite das habe ich gerade eben gesagt gerade wenn es ein lebenslangesparprodukt ist.
00:08:47: für andere ist das Thema Absicherung vielleicht wichtiger.
00:08:50: Das heißt, die Unternehmen müssen sich erst mal überlegen für welche Kunden baue ich denn jetzt dieses Produkt?
00:08:55: Für die, die den Rendite-Ziel erreichen wollen oder für die die sparen wollen.
00:08:59: Und das ist der sogenannte Zielmarkt, den die Unternehmen bestimmen müssen und für diesen Zielmarkt muss dann eben ein entsprechender Kundennutzend da sein.
00:09:06: Das fällt immer das Stichwort Value for Money.
00:09:11: allen eingerechneten Kosten doch ein gewisserweise angemessener Vorteil auch für den Kunden gegenüberstehen.
00:09:17: Also wenn man jetzt einen sicherheitsorientierteren Kunden hätte, wenn das quasi das Ziel ist dann könnten die Kosten auch ein Schicken höher sein als bei jemandem der bei einem Kunden vielleicht der Mehrwert auf Rendite?
00:09:29: Ich weiß nicht ob die Kosten höher sein dürfen.
00:09:31: letztlich ist es vielleicht bei der Sicherheit kostet.
00:09:34: Insofern, ja.
00:09:35: Also das logischerweise ist ein Wert der abgesichert werden muss und da wäre dann wahrscheinlich die Rendite etwas niedriger.
00:09:41: Sie können aber auch um jetzt eine besonders hohe Rendite zu erzielen im Zweifel sehr hohen Beratungsbedarf haben was auch fair ist und beratung sollte auch entsprechend fair vergütet werden Und es könnte dann eben sie trotz höherer Kosten vielleicht auch eine höhere Rendite erzielen können.
00:09:57: Also das ist eben nicht so einfach, dass wir es für uns also wirklich als ersten Indikator nehmen und dann gucken wir rein und deswegen sage ich ja, es muss passgenau auf die verschiedenen Situationen bei den Versicherungen auch eingegangen werden.
00:10:10: Gucken Sie sich jeden Tarif einzeln an?
00:10:13: Nee,
00:10:14: das wäre schön und dann wären wir sicher auf ihm.
00:10:16: ja Leute.
00:10:17: Genau!
00:10:18: Es ist natürlich nicht machbar.
00:10:20: also wir haben einen Prinzipien orientierten und auch Risikoorientierenden Ansatz.
00:10:24: es heißt wir gucken die meist verkauften Produkte an und das sind im Moment die von gebundenen Lebensversicherungsprodukte Und dort schauen wir uns an die Ausreißer in der Branche.
00:10:36: Das heißt, diejenigen, die im Vergleich zur Branche wirklich ausreißen, da gehen wir hin und dann haben wir den Indikator sind die Effektivkosten.
00:10:43: das schauen wir jetzt an und dann gehen wir aber tatsächlich mit dem Unternehmen dann ins Gespräch also zu einem Ausschnitt deren Produktpalette und natürlich nur zu ausgewählten einzelnen Versichern.
00:10:53: würden.
00:10:53: sie meinen es ist noch viel zu tun
00:10:56: bleibt auf jeden Fall noch was zu tun.
00:10:58: Langeweile kommt da nicht auf, glaube ich schon.
00:11:00: wir haben immer noch Themen.
00:11:02: Es ist eben oft nicht so schwarz-weiß.
00:11:05: also man hat dann in Ausreise identifiziert und geht dann in die Diskussion mit den Unternehmen, dann versteht man das besser und sagt mal okay das passt.
00:11:12: Also das gibt es auch ja?
00:11:13: Das ist nicht so ausreichend identifiziert.
00:11:16: Im Bezug auf die Gebühren oder im Bezug Auf den Absatz?
00:11:19: Im Bezug auf die Gebühren, also auf die Effektivkosten ums präzise zu sagen Aber es bleibt noch Arbeit und wir bleiben dran, genau.
00:11:29: Ach
00:11:29: das haben wir befürchtet!
00:11:32: Gibt es auch noch strukturelle Kostentreime, wo Sie sehen?
00:11:34: Das ist so ein Branchenübergreifendes Ding in der Lebensversicherung, wo sie vielleicht noch ran müssen bei den Gebühren und Kosten...
00:11:39: Also was wir gesehen haben, ist dass jetzt viele Unternehmen stark auch in den Fonds ETFs eingebunden haben.
00:11:46: Weil das schon ein Kostentreiber ist wenn man jetzt selbst gemanagte Fonds anbietet völlig klar.
00:11:51: Was ich sehe und da es vielleicht noch ein Thema wo wir ran müssen ist genau das Thema vorzeitige Vertragsbeendigung dann müssen wir nochmal bisschen hinkucken denn Die Kosten sind ja in der Lebensversicherung sehr frontlastig kalkuliert, die Provision fallen zu Beginn an.
00:12:06: Das heißt wenn jetzt ein Kunde nach fünf, sieben, acht Jahren storniert weil sich vielleicht die Lebensumstände geändert haben dann hat er natürlich verhältnismäßig eine relativ hohe Kostenbelastung und das versuchen wir auch und haben wir auch versucht mit unserem Merkblatt abzufangen.
00:12:20: Wir erwarten von den Unternehmen dass Sie auch das analysieren also dass sie schauen was erwarte ich wann man stornieren?
00:12:28: im Durchschnitt meine Kunden Und wir sagen, für mehr als die Hälfte der Kunden und Kundinnen soll ein Kundennutzen vorhanden sein.
00:12:36: Das heißt wenn der Durchschnitt nach zehn Jahren storniert, dann muss auch nach zehn Jahre schon ein angemessener Kundennutzendah sein.
00:12:47: anders oder entsprechend kalkuliert, sagt er mit das Hinhaut.
00:12:50: Ja dann irgendwie weiter nach hinten verteilen so dass dann Kosten nicht weiter anfallen?
00:12:55: Oder
00:12:56: wie?
00:12:56: das würde ich jetzt der unternehmerischen Freiheit überlassen ja aber natürlich ist das eine Möglichkeit genau
00:13:01: okay.
00:13:02: oder dem Gesetzgeber der ja zum Beispiel wieder Altersvorsorgereform gesagt hat ok
00:13:09: die Kurs
00:13:09: müssen besser verteilt werden auf die gesamte Laufzeit.
00:13:11: da sind wir auch schon kurz beim Stichwort altersvorschagereform was ja auch ein großes Thema für die Lebensversicherheit ist, quasi der neue Riester oder der alte wird abgeschafft und es gibt jetzt dann das Altersvorsorge-Depot.
00:13:22: Und es wird ja nun auch erwartet dass es durchaus Wechselbewegungen gibt.
00:13:27: sie haben da in einer Rede auch den Gesellschaften empfohlen das im Blick zu haben dieses mögliche Abwanderungsrisiko und entsprechend gegenzuhalten.
00:13:36: Haben Sie denn die Rede war im März?
00:13:39: Haben Sie so nach fünf Monaten den Eindruck Dass die das gehört haben, dass sie da dran sind oder was beobachten Sie dann?
00:13:46: Doch doch.
00:13:47: Die Branche ist da dran!
00:13:48: Man darf nicht vergessen.
00:13:49: also diese Altersvorsorgereform ist für die Lebensversicherer ein massiver Einschnitt.
00:13:54: Die Anzahl der Wettbewerber und die Art der Wettebewerbers verändert sich ja.
00:13:57: Und die Frage ist wie werden Neobroker reagieren?
00:14:00: Das heißt der zu verteilende Kuchen wird nicht größer Und die Frage ist, wer bekommt was davon ab?
00:14:07: Die Lebensversicherer waren natürlich langen Jahre.
00:14:10: Die einzigen, die von steuerlichen Vorteilen profitiert haben und das verändert sich jetzt.
00:14:14: Das ist ein Thema da bin ich wirklich gespannt wie die Branche damit umgeht.
00:14:18: Dann ist die Frage, wie mit Umdeckung umgegangen wird.
00:14:21: Wie funktioniert die Beratung?
00:14:23: Wie viel wird auch dem Alleinstellungsmerkmal der Lebensversicherung an Wert beigemessen?
00:14:28: also die lebenslange Rente ist einfach was Besonderes und da bin ich gespannt, wie die Branche das hinbekommt.
00:14:35: Das auch noch besser zu transportieren, denn mein Eindruck ist bisher ist es noch nicht so gut transportiert.
00:14:42: Und ja wir sind auch im Gespräch mit den Versicherern die größere Riesterbestände haben und schauen uns das mit denen genau an.
00:14:49: aber im Moment ist natürlich ein bisschen Spekulation.
00:14:52: Was passiert?
00:14:52: Ist auch noch viel in Arbeit ne?
00:14:55: Ja
00:14:55: ja genau!
00:14:57: Ich würde über einer Sache widersprechen wollen, der zu verteilende Kuchen.
00:15:01: Der wird doch jetzt gerade riesengroß!
00:15:03: Oder wie meinen Sie das?
00:15:04: Das
00:15:04: ist optimistisch.
00:15:07: Es gibt so wenig Riester-Sparer.
00:15:09: Wie viele Millionen Riester Verträge haben wir?
00:15:11: Was war das?
00:15:13: Das kommen doch noch eigentlich, also die Neobroker wetzen schon die Messer.
00:15:17: Die werden eigentlich
00:15:17: nie vorgehen.
00:15:19: Ist das
00:15:20: nicht ein Riesenkuchen?
00:15:21: Die Frage ist wie viel Geld wirklich zur Verfügung steht bei den Haushalten und das finde ich... Gute Frage!
00:15:27: meine persönliche Sorge dabei, dass letztlich die Inflation steigt.
00:15:31: Wir sehen also ... Die Gehälter steigen nicht entsprechend.
00:15:34: Es wird alles wirklich teurer.
00:15:36: und dann ist schon die Frage im Haushalt für manche Haushalte einfach relevant.
00:15:40: Ich kann nicht mehr oder weniger.
00:15:42: Und können das nicht?
00:15:43: Das muss man auch bedenken.
00:15:45: Gerade die Haushalten, die jetzt auch von der Reform angesprochen werden sollen, wird sich zeigen, ob das Geld zur Verfügung steht und wenn es genau dafür eingesetzt wird Konsumgütern ein höherer Wert beigemessen.
00:15:59: Denzchenpreise, also klar ist er verrückt!
00:16:02: Oder ob man dann nicht vielleicht erst mal existenzielle Risiken auch absichert statt, ne?
00:16:06: Ob man nicht erstmal Berufsunfähigkeitsversicherungen oder sowas.
00:16:08: Ja,
00:16:08: oder eine Todesfallversicherung.
00:16:10: Ich stehe
00:16:10: ja natürlich auch andere Versicherungsprodukte noch in Konkurrenz zu halten.
00:16:15: Oder Sie haben da eine ganz einfache Kfz-Versicherung.
00:16:17: Genau!
00:16:18: Die auch.
00:16:21: Also ich mein am Ende kranken Versicherungen.
00:16:24: Es ist an vielen Stellen steigen die Kosten und muss man dann schauen wie viel das ist.
00:16:29: Vielleicht wird der Kuchen größer.
00:16:31: Man wird es sehen.
00:16:32: Wir werden's sehen,
00:16:33: genau!
00:16:35: Lass sich kläten.
00:16:36: das Argument ja, muss ich
00:16:39: ja.
00:16:39: Ich meine am Ende wir spekulieren alle also voll
00:16:42: daher.
00:16:42: In sechs Monaten
00:16:43: wissen wir alle mehr wahrscheinlich.
00:16:45: Wir warten auch schon fröhlich auf die Produkte der Versicherer und der Neobroker.
00:16:48: da ist ja noch nicht viel gekommen.
00:16:50: Nur angekündigt dass was passieren wird?
00:16:53: Wer was machen will?
00:16:54: Ich denke, das kommt zum ersten Januar.
00:16:57: Die werden bereit stehen?
00:16:57: Natürlich
00:16:58: werden die bereit stehen!
00:16:59: Ich glaube der
00:16:59: Start wird noch nicht so weit sein, dass er seinen Produkt bis zum ersten Jahr nur fertig hat.
00:17:03: Aber
00:17:05: dann schauen wir mal...
00:17:07: Da gucken wir mal.
00:17:09: Genau nach den Lebensversicherern wollen sie jetzt ja auch ein bisschen die Schaden- und Unfallversicherung in den Blick nehmen.
00:17:15: Auch die Sparte ist sehr unterschiedlich von den Versichern her.
00:17:20: Haben Sie da denn
00:17:21: schon auch ein paar Missverhältnisse entdeckt, wo sie vielleicht ran wollen?
00:17:27: Also erst mal ich nicke genau.
00:17:29: Können
00:17:30: Sie jetzt nicht sehen, aber sie nickt!
00:17:36: Einleitend vielleicht nochmal einordnen.
00:17:38: Also wir wollen, dass die Kunden fair behandelt werden von den Versicherern und das gilt natürlich auch für Schadenunfallversicherer – das ist universell dieser Anspruch!
00:17:48: Wir haben uns vor allem mit den Kfz-Versicheren beschäftigt und ja ich kann Ihnen Beispiele nennen.
00:17:53: also das eine sind schon gewisse Praktiken der Preisdifferenzierung man sich schon fragt Ferer und ein transparenter Umgang mit den Kunden sind das transparente Vertriebspraktiken.
00:18:05: Wir sehen eben dann vor allem, also in der KFZ-Versicherung muss man im Hinterkopf haben ist eine Sparte die extreme viele Tarifmerkmale hat.
00:18:13: Also sowieso schon wenn Sie den KFz Antrag ausfüllen wissen was sie da alles eingeben müssen.
00:18:18: Das ist schon sehr differenziert und on top.
00:18:21: zu dieser sehr feinen aktuellen Kalkulation Kommt dann pauschal, nicht risikobasierte Rabatte.
00:18:27: Und wir haben da Extremfälle gesehen von zum Teil achtzig Prozent und ich finde das kann man nicht mehr ... Da kann man nichts mehr von einem fairen Behandlung der Kunden sprechen.
00:18:36: Wir
00:18:36: reden von Achtzig-Prozent-Rabatt?
00:18:38: Nicht auf Achtzigprozent runter!
00:18:41: Das sind Extremefälle, das sind Ausreise.
00:18:43: aber das find' ich halt... Da hört's auf so was fairene Behandlungen von Kunden angeht.
00:18:47: Das Zweite ist das sogenannte Price-Walking.
00:18:50: Das heißt Sie zeichnen Neugeschäft auch mit hohen Rabatten und kriegen sie das Neuggeschäft.
00:18:56: Und dann fangen sie an, in der Folge sukzessive die Prämie zu erhöhen und dann eben überproportional.
00:19:02: Das ist nicht mehr transparent.
00:19:04: Da wird ausgenutzt, dass es einfach Kunden gibt... die sehr loyal ihrem Versicherer gegenüber sind oder die einfach so grundsätzlich eine geringe Kündigungsneigung haben, denen das alles auch zu aufwendig ist.
00:19:15: Das wird schon... Ja genau!
00:19:18: Alles zu kompliziert und auch das wollen wir uns anschauen weil wir finden es geht hier um einen fern angemessenen Umgang mit den Kunden und das sehen wir jetzt in diesen extremen Fällen nicht immer gegeben.
00:19:29: Okay, wobei der Kunde der Achtzig Prozent Rabatt bekommt.
00:19:31: Der freut sich natürlich wahrscheinlich.
00:19:33: Genau!
00:19:33: Aber es ist ja klar am Ende muss die Sparte profitabel betrieben werden.
00:19:37: Das heißt das geht natürlich zu Lasten des Kollektivs.
00:19:39: jetzt kann sagen ja ein Kunde macht natürlich nichts.
00:19:41: Ja, ein Kune macht nichts aber deswegen wollen wir uns das eben genauer angucken.
00:19:45: Haben Sie schon einen Eindruck wie weit das verbreitet ist?
00:19:49: Na, solche Price-Walking oder diese Extreme-Rabatte?
00:19:52: Also extreme Rabatte sind eben extreme rabatte.
00:19:55: Da bin ich genau wieder bei der Ausreißerlogik.
00:19:57: Wir sagen immer uns ist wichtig die schwarzen Schafe zu identifizieren weil ich auch fest davon überzeugt bin dass das auch der Reputation der Branche schadet.
00:20:06: ja.
00:20:06: Das ist auch ein Grund warum das Vertrauen in die Branche nicht so hoch es wie sein könnte.
00:20:11: Insofern Ja, sie sind ausreißert.
00:20:15: glaube ich stärker verbreitet.
00:20:16: Die Frage ist immer, bis zu welchem Extrem?
00:20:20: Und das ist unterschiedlich!
00:20:22: Okay.
00:20:23: Hatte die Branche aber auch das Problem... Ich komme mit den Jahren, die Zeit verfliegt ja immer so irre,
00:20:27: ne?!
00:20:28: Aber es gab Jahre da hat die Branche wirklich kollektiv Minus geschrieben.
00:20:32: Kommt bei ein Ratios über hundert, bräuchlich über hundert und jetzt robben sie sich langsam wieder hoch.
00:20:38: Aber eben über steigende Prämien.
00:20:40: Ja klar Sind Sie da jetzt zufrieden, wie ist Ihr Blick da jetzt drauf generell?
00:20:46: Also es gab Zeiten.
00:20:47: Da muss ich sagen genau wie sie berichten ja die Prämien waren überhaupt nicht auskömmlich.
00:20:51: in der Kfz-Branche kfz muss man wissen ist eine Sparte einem extrem hohen Wettbewerb also wirklich sehr kompetitiv und das kann dann eben dazu führen dass man so Verluste schreibt.
00:21:06: Die Branche hat nachgebessert, wir haben das auch angemahnt damals.
00:21:09: Als Barfin dass die Prämien erhöht werden weil völlig klar ist wenn man dauerhaft Command Races von über hundert hat dann schreibt man eben auch Verluste in der Sparte in der Regel und das können wir natürlich als Aufsicht nicht akzeptieren.
00:21:22: ja für uns ist wichtig die Unternehmen müssen profitabel arbeiten.
00:21:27: Insofern, ich begrüße das, dass die Branche so reagiert hat.
00:21:30: Auch wenn das für den Kunden und die Kundin natürlich ärgerlich ist!
00:21:34: Die Beschwerden bei Frau Kessal-Wulf haben sich häufig um die KFZ Versicherung gedreht?
00:21:38: Genau.
00:21:39: Ja aber ich meine am Ende, dass es die Schadeninflation ist ebenso... Und die Frage ist ja auch woher kommen diese extremen Prämiensteigerungen?
00:21:46: und die Branche prangert das ja auch oft an.
00:21:48: Das sind vor allem steigende Reparaturkostenpreise, die auch die Versicherer letztlich weitergeben müssen.
00:21:54: also insofern Schadeninflation bleibt hoch.
00:21:56: Das bleibt auch ein absolut herausforderndes Thema und ist auch höher als die monetäre Inflation, das ist die Crux ja.
00:22:04: und dann würde ich sagen die Kfz-Versicherer und die Frage zu beantworten können sich noch nicht entspannt zurücklehnen.
00:22:10: also wir werden da auch weiter dran bleiben.
00:22:13: würden sie sich von der Branche vielleicht auch manchmal wünschen dass sie zum Beispiel gegenüber den Autoherstellern oder so oder den Werkstätten auch mal sagt nee das zahlen wir jetzt irgendwann auch nicht mehr es reicht auch.
00:22:23: Es gibt ja in der Tat den einen oder anderen in der Branche auch öffentlich das Anprang hat.
00:22:28: Das finde ich richtig, aber natürlich ist immer dann die Crux wenn die Rechnung kommt und sie wird nicht bezahlt vom Versicherer wer zahlt den Rest?
00:22:36: Die Frage stellt sich dann Ja
00:22:37: okay Preisgestaltung ist ja nun aber auch unternehmerische Freiheit Natürlich Und dass soll ja auch so sein auch eben sich im Wettbewerb zu positionieren.
00:22:47: wann Ist für die Barfin da diese Grenze zwischen dieser Freiheit und Fehlverhalten nicht mehr gut, sodass sie sagen okay jetzt müssen wir aber hier einschreien.
00:22:58: Spätestens haben wir damit ein Problem wenn die Unternehmen dauerhaft Verluste schreiben in einer Sparte das heißt wenn die Combined Ratio dauerhaft überhundert ist und zusätzlich und dann eben das nicht mit Kapitalanlageergebnis ausgeglichen werden kann so dass die wirklich Verlust schreiben.
00:23:13: das ist der späteste Moment wo wir auch aktiv werden.
00:23:15: ja Das ist nicht ok und wir erwarten schon bei den Prämien berücksichtigt wird.
00:23:22: Und zwar vorausschauend auch zu schauen, was erwarten wir an Inflationen?
00:23:27: Das betrifft die Kfz-Versicherung aber sie können sich Gedanken machen über Wohngebäude, Klimarisiken und auch etwas da kommt.
00:23:33: ja also wir erwarten schon dass das Vorausschauen von den Unternehmen mit eingepreist ist.
00:23:40: Ein großes Thema insgesamt ist künstliche Intelligenz.
00:23:45: wie stehen Sie denn zum Thema künstlicher Intelligenzen und den Einsatz in der Versicherungsbranche?
00:23:50: Also erstmal, ich persönlich finde das Thema total spannend.
00:23:53: Ich bin echt auch gespannt wie die Versicherer sich damit schlagen werden in dem Thema weil es verändert die Branche glaube ich sehr.
00:24:01: Es geht nicht schnell Ja?
00:24:04: Das würde seine Zeit brauchen aber wir sehen ja dass die branche da viel experimentiert und an vielen Stellen jetzt auch schon KI einsetzt was ich persönlich wirklich begrüße.
00:24:14: also wir als Barfin sind im Einsatz der KI auch sehr positiv gegenüber.
00:24:19: Wir sehen viele Chancen, wir sehen viele Vorteile sowohl für die Versicherer als auch für die Verbraucher und Verbraucherin – ich denke wenn die Versichere effizienter werden durch Einsatz von KI oder vielleicht schneller in der Bearbeitung werden oder besser erreichbar sind nutzt das allen.
00:24:35: ja, es nutzt den Versicherern und es nutz dem Verbraacher.
00:24:38: Insofern Bestehe ich dem sehr positiv gegenüber, aber ja es gibt natürlich auch neue Risiken.
00:24:43: KI kann auch bestehende Risiken verstärken und da gucken wir natürlich genau hin.
00:24:48: und ein Thema ist insbesondere die Halluzination also wirklich irreführende Inhalte, die von der KI als wahr verkauft werden.
00:24:58: Sehr selbstbewusst!
00:25:00: Das kennen wir.
00:25:01: Und das muss man natürlich merken.
00:25:08: Konzentrationsrisiken, also insbesondere die Abhängigkeit von den großen Techanbietern.
00:25:13: Die
00:25:13: wird natürlich größer Und natürlich gibt es auch eine Verstärkung bei den Zahlbarrisiken.
00:25:18: Es sind schon Themen, wo wir erwarten, dass die Versicherer sich auch intensiv mit beschäftigen und da gutes Risikomanagement an der Stelle betreiben.
00:25:26: Ich überlege jetzt gerade, wo bei einem Versicherern ein KI halluzinieren könnte?
00:25:31: Manche ... Wir hatten mal einen Assykorridor bei uns zu Gast und er hat gesagt, ah, die kann schon die Bilder auslesen von Schäden so Rohrbruch und so.
00:25:39: Kann man da auch halluzinnieren?
00:25:41: oder ist das eher bei Schriftwechseln?
00:25:44: Wo passiert so was?
00:25:45: Ich kann da nur spekulieren.
00:25:48: Natürlich kann die KI auch Bilder und Zweifel noch verfälschen, anders interpretieren könnte sein.
00:25:54: Bei den Trainingsdaten würde ich mir eher Gedanken machen, ob sie damit umgehen ... Das ist jetzt wirklich reine Spekulation, wo es definitiv passiert ist bei dem, was die eingeht beim Unternehmen.
00:26:07: Also das eingehende Schriftgut, die Beschwerden von versicherten
00:26:13: Okay, also eher in der Schnittstelle Kunde.
00:26:17: Dann hatten sie das schöne Thema hier Risikoballung oder
00:26:23: Konzentrationsrisiko.
00:26:25: ja weil wir die großen Amerikaner haben mit ihren Systemen und wirklich die Gefahr besteht dass dann alle zum selben Rennen oder so sich das machen lassen.
00:26:36: was tun sie da?
00:26:38: Also wir haben natürlich die großen KI-Anbieter, die großen Tech-Riesen identifiziert mit den größten Risiken.
00:26:44: Und dann gibt es dann übergreifende Arbeitsgruppen also auf europäischer Ebene von Europa, EZB und Esma, die sich genau mit diesen Anbietern zusammensetzen und dafür sorgen dass die auch die entsprechenden Governance Anforderungen erfüllen.
00:27:00: Sie hatten ja auch konkrete Anforderung für den Umgang der Versicherung mit künstlicher Intelligenz gesetzt, und zwar zum Beispiel im Underrating.
00:27:07: Was ist Ihnen denn da als Aufsicht besonders wichtig?
00:27:09: Also wenn KI im Underwriting eingesetzt wird vor allem in der Krankenversicherung oder der Lebensversicherung dann ist das Hochrisiko KI.
00:27:16: Das muss man sich immer vor Augen führen.
00:27:18: Das heißt es gibt besondere Governance Anforderungen, es gibt besonderer Dokumentations- oder auch Aufsichtspflichten.
00:27:24: Wie das konkret ausgestallt wird, wird gerade noch erarbeitet.
00:27:28: Also auch vom Gesetzgeber.
00:27:29: die Timeline für die Hochrisiko KI ist auf Dezember, twenty-seven zwanzig verschoben worden.
00:27:34: und was da also noch ein bisschen Zeit ist aber was klar ist dass man wirklich immer schauen muss wenn eine Prämienentscheidung getroffen wird oder auch ein Ablehnungsschreiben von der KI erstellt wird, in Anführungsstrichen.
00:27:46: Da muss das eben objektiv nachvollziehbar sein und Sie müssen auch schauen, wenn es Menschen gibt die vielleicht in schwierigeren Situation sind dass die KI das nicht ausnutzen darf um genau diese vertraglich dann zu benachteiligen.
00:28:01: also da muss man wirklich schauen.
00:28:03: Weil es KI kugelos sein könnte?
00:28:06: Oder kein Mitgefühl hat?
00:28:08: Ja, ich meine die KI-Verordnung an sich hat ja vor allem den Verbraucherschutz im Fokus und das ist die verbrauchenschützende Funktion.
00:28:15: Und es soll eben keiner ausgeschlossen werden und es soll auch keiner wirklich benachteiligt werden.
00:28:19: Das ist die obergeordnete Regelung, die ja auch so eine horizontale Verordnung gilt nicht nur für Versicherung sondern insgesamt über alle Branchen.
00:28:28: Das macht das oft noch ein bisschen komplizierter.
00:28:32: Dann bügeln wir jetzt die Frage noch zur Schadenregulierung rüber.
00:28:36: Wie sieht es dann da aus?
00:28:37: Wo sind da die Knackpunkte?
00:28:39: SchadenRegulierung ist mal per se keine Hochrisiko-KI, zumindest in der Regel nicht.
00:28:45: Aber es gibt natürlich bestehende Guidelines und sie müssen trotzdem eingehalten werden.
00:28:49: Da geht's um die verbotenen Praktiken und auch um die Anforderungen an Transparenzpflichten.
00:28:53: Das muss eingehalten und verbotene Praktiken, während zum Beispiel so automatisierte Regulierungsvorschläge die dazu führen dass sie die Kunden-Kunden so manipulieren das Sie am nachteiligen Vergleich zustimmen.
00:29:08: Das wäre nicht erlaubt.
00:29:10: Wir bieten Ihnen so was, ein kleines Keks
00:29:12: statt
00:29:13: dem großen Kuchen oder so?
00:29:14: Genau das ist und das ist nicht erlaubt.
00:29:16: aber Betrugserkennung zum Beispiel ist ganz klar ganz normal zulässig.
00:29:20: natürlich dürfen sie betrugs Erkennungen mit KI machen.
00:29:23: Sie müssen aber schauen dass die verwendeten Faktoren dann wirklich objektiv sind bis auch gerechtfertigt sind und auch verhältnismäßig.
00:29:30: also.
00:29:30: insofern insgesamt kann ich sagen für die Verwendung von KI sei es jetzt im Underwriting oder Schadenregulierung gutes Modellrisikomanagement haben.
00:29:40: Sie müssen wirklich sicherstellen, dass die Qualität der KI gut ist und dass der Output verlässlich ist oder geprüft ist.
00:29:47: Insofern gibt es ein bisschen was zu tun wenn sie das benutzen.
00:29:50: Aber ja, aber am Ende muss man immer aufpassen, man kann eben auch viel Unsinn damit machen.
00:29:56: Und ich unterstelle wirklich, dass Versicherer im Anspruch haben, KI ordentlich einzusetzen also dass das auch gut nachvollziehbar ist.
00:30:04: für
00:30:05: Was ja auch ein bisschen problematisch ist, wo wir bei der Schnittstelle Kunde sind, dass Kunden dann eben bei ChatGBT und Co.
00:30:13: nach Versicherungsfragen stellen und dann zum Teil aber inzwischen auch konkrete Versicherungstarife tatsächlich empfohlen bekommen?
00:30:21: Wie steht die Bafin denn dazu?
00:30:22: Ist das Problem, dass sie haben oder ist es eher... Thema für die IHK.
00:30:28: Das ist tatsächlich ein Thema, weil die Aufsicht über die Versicherungsvermittler wird von den Industriehandelskammern geführt und deswegen ist das ein Thema was sie sich anschauen.
00:30:39: ich finde aber auch dass es auch ein Thema wir uns europäisch angucken müssen Denn durch diese Anbieter, Sie haben Chatchi-Petique in der Hand sind wir eigentlich nicht mehr irgendwie national nur in Deutschland.
00:30:49: Sondern wir müssen dafür insgesamt eine Beurteilung finden und Europa ist an dem Thema auch schon dran und versucht da tatsächlich ne Klärung herbeizuführen.
00:30:58: aber Moment kann ich sagen es
00:31:00: wird wahrscheinlich ein bisschen dauern.
00:31:01: Das wird sicher
00:31:02: dauern!
00:31:02: Aber das ist ein relevantes Thema und ich kann auch das Unbehagen an dieser Stelle verstehen.
00:31:07: Wir haben ja eben auch schon über die steigenden Prämen zum Beispiel in der KFZ und Krankenversicherungen Das ist ja auch ein, wir hatten früher in diesem Jahr Frau Kessel-Wulf zum Interview podcast die Versicherungsombutsfrau.
00:31:19: Und diese Prämienerhöhungen sind halt ein großer Faktor natürlich bei den Beschwerden und auch die Barfin erhebt Beschwerdestatistiken und auch dort, glaube ich ist ja das Thema steigende Premium ein Thema.
00:31:32: Richtig nicht wirklich.
00:31:35: also das ist natürlich das gibt es auch klar dass sich Kunden über steigenden Premium beschweren.
00:31:40: aber die Hauptbeschwerde Gründe sind eher die Dauer der Leistungsbearbeitung Die Art der Regulierung oder Ablehnung.
00:31:47: Also das sind eher wie Hauptgründe so okay.
00:31:49: Aber interessant ist ja auch die Daten die dann eben rüber kommen.
00:31:52: Wie nutzen sie denn solche Daten?
00:31:55: Konkret, wenn Sie sagen okay jetzt hat das Beschwerdevolumen so einen Maß erreicht dass wir sagen jetzt müssen wir da als Barf ihn auch haben.
00:32:01: Ja wir gucken uns schon die Beschwerden an und es ist für uns ein ganz wichtiger Indikator um wirklich zu schauen ist da in irgendeiner Stelle was im Argen?
00:32:08: ja also wir haben jetzt gesehen insbesondere Bereich KFZ steigen die Beschwerten massiv und deutlich und es isst dann in der Tat dort des Thema Dauer der Schadenbearbeitung im Wesentlichen.
00:32:20: Und dann gucken wir, sind das jetzt einzelne Unternehmen oder es ist ein branchenweites Phänomen?
00:32:25: und wenn es einzelne Unternehmen sind was wir in der Vergangenheit auch schon hatten?
00:32:28: Dann sind wir natürlich mit den Unternehmen im Gespräch und lassen uns da legen wie sie jetzt diese... In dem Fall der langen Schaden-Bearbeitung die Rückstände dann abbauen werden und dann wird sehr eng austauscht.
00:32:39: also dann gibt es monatliche Berichtspflichten und so weiter und dann gibt's einen Plan den Sie uns vorlegen müssen.
00:32:43: Also das nutzen wir schon.
00:32:45: Ist das die Mannendeckung, die dann auch immer so gerne ... Kann man hier sagen.
00:32:50: Wenn man das will?
00:32:51: Der monatliche Berichtspflicht ist ja
00:32:53: schon nicht so angenehm.
00:32:56: Die sind echt
00:32:57: begeistert, ne?
00:32:57: Nein!
00:32:59: Aber ich meine am Ende ja... Das ist für einen guten Zweck,
00:33:04: oder?
00:33:05: Es ist für den guten Zwecke.
00:33:06: Ja und Sie wissen ja auch wir haben jetzt im letzten Jahr die Aufsichtsmitteilung veröffentlicht wo wir auch reingeschrieben haben Wir erwarten von den Versicherern dass die Schäden innerhalb von einem Monat bearbeitet werden.
00:33:17: das heißt wir nehmen diese Beschwerden schon zum Anlass auch wirklich Maßnahmen zu ergreifen in dem Fall sogar auch öffentlich mit dem Ziel auch dies für die Verbraucherinnen und Verbraucheren zu verbessern.
00:33:27: Wie nah sind sie in Kontakt mit der Ombudsfrau?
00:33:29: Das
00:33:29: liegt nicht direkt in der Versicherungsaufsicht, das ist mehr im Verbraucherschutz.
00:33:35: Die sind im Austausch.
00:33:36: aber wie eng der jetzt ist kann ich ihn nicht sagen.
00:33:39: Der Trend zeichnet sich bei den Beschwerden vielleicht für ... Was können Sie da schon feststellen?
00:33:44: Ja, der Trend setzt sich fort.
00:33:45: Also es wird weiter steigen.
00:33:48: Wir haben einen massiven Anstieg im letzten Jahr gehabt und wir sehen jetzt auch wieder im Vergleich zum Vorjahr etwas mehr Beschwerde.
00:33:54: Wir sind über neuntausend Beschwerben bearbeitet.
00:33:57: Mit
00:33:57: demselben Unterton Dauer der Bearbeitung und so?
00:34:00: Im wesentlichen Jahr.
00:34:01: Art der Schadenregulierung Dauert der Bearbeitung genau.
00:34:05: Und auch mit einem Schwerpunkt im Kfz vor allem.
00:34:08: Und wir sehen, wenn man das hochrechnet, gehen wir davon aus dass wir fünfzehntausend Beschwerden haben werden.
00:34:12: Dieses Jahr letztes Jahr hatten wir vierzehnteusend Grund.
00:34:15: also Das wird so weitergehen.
00:34:16: ich Also für mich immer noch spannend Warum steigen die Beschwerde so massiv an?
00:34:22: Wir überlegen auch was könnten Gründe sein Dass es so deutlich ansteigt?
00:34:26: und Ich glaube der eine Grund ist wahrscheinlich die KI.
00:34:29: Ja,
00:34:30: das
00:34:30: habe ich nicht gehört.
00:34:31: Das habe ich von dem
00:34:31: Kesselwulf auch dass das auch dazu führt.
00:34:34: Das sagt der Investmentumbudsmann jetzt, weil die KI das immer gleich mit empfiehlt?
00:34:39: Ja
00:34:39: genau!
00:34:40: Die Hemschwelle ist viel kleiner wenn mir der Brief schon geschrieben wird im Prinzip.
00:34:43: Also das glaube ich schon.
00:34:44: Thema... ...die Wahrnehmung der barfdehende Öffentlichkeit vielleicht auch ein Thema aber da sind so Themen.. Aber ich meine am Ende muss man sagen was auch immer die Gründe sind die Verbraucher sind nicht zufrieden.
00:34:56: Mit einem Versicherer überwiegend und das ist ein Thema was wir ernst nehmen und wo wir auch dran bleiben müssen.
00:35:01: ja
00:35:02: Ja, dann kommen wir langsam schon zu den Abschussfragen.
00:35:05: Wenn Sie jetzt... August, zwei Tausend, sieben und zwanzig auf diese Themen zurückblicken die wir hier alle besprochen haben, Kosten, Kunden nutzen vielleicht auch Altersvorsorgeformen.
00:35:14: Wenn
00:35:14: wir uns dann wieder hier treffen!
00:35:15: Schade, ja gerne!
00:35:17: Mal sehen.
00:35:19: Schaden in Unfallfüssigung und KI und auch Bearbeitungszeiten.
00:35:23: Woran würden Sie denn festmachen dass sich für die Kunden tatsächlich etwas zum besseren verändert hat?
00:35:29: An welchen Faktoren?
00:35:31: Also erst mal liegt ja gar nicht überall was im Argen.
00:35:34: Wenn wir sagen KI zum Beispiel, finde ich sind die Versicherer wirklich auf einem guten Weg.
00:35:39: Gerade bei dem Thema finde ich auch so den Ein-Jahreszeitraum ein bisschen kurz.
00:35:43: Ich glaube also viele Verbesserungen gerade in der Versicherungsbranche kriegt man nicht mit so einem Schnip hin.
00:35:50: Das dauert so seine Zeit das sind langsame Prozesse und die Branche bewegt sich ja auch insgesamt nicht super schnell ist jetzt auch nicht den Ruf.
00:35:57: Startup Mentalität ist mir überall vorhanden.
00:36:01: Ja, also ich denke das ist eher... Ich gucke da eher ein bisschen mittelfristiger drauf.
00:36:05: Bei KI wäre ich schon froh wenn ich so den Eindruck hätte die Unternehmen würden wirklich KI verantwortungsvoll einsetzen und würde auch dann im Rahmen, im bestehenden Rechtsrahmen die Innovationskraft wirklich auch frei entfalten.
00:36:18: Das finde ich super.
00:36:19: Klar wär es schön wenn die Anzahl der Beschwerden zurück ginge.
00:36:22: ja das ist aber so plakativ weiß ich gar nicht ob das wirklich mit unserem Maßnahmen Erreichbar ist, wir haben gerade drüber gesprochen.
00:36:29: Wenn KI ein Grund ist dass sie Beschwerde immer mit empfiehlt weiß ich nicht.
00:36:33: dann kommt muss man vielleicht eher damit umgehen das es immer mehr wird.
00:36:37: und Ja, dass das dann einordnen.
00:36:40: Aber insgesamt ist es mir wichtig, dass wir den eingeschlagenen Weg weiter voranschreiten.
00:36:45: Wir haben bei der Wohlverhaltensaufsicht viel bewegt und haben auch schon viel erreicht und das möchte ich gerne weiter fortsetzen.
00:36:51: Und wenn Sie der Branche noch einen Satz mitgeben könnten?
00:36:55: Also so'n bisschen habe ich ja mit der Frage gerechnet!
00:36:58: Ich würde sagen behandeln sie ihre Kunden so wie sie von ihren Versicherern auch behandelt werden möchten als Kunde.
00:37:06: Gut!
00:37:06: Den nehmen wir
00:37:07: mit?!
00:37:07: Schö?
00:37:09: Ganz herzlichen Dank fürs Gespräch.
00:37:10: Wir haben uns sehr gefreut, dass das geklappt
00:37:12: hat!
00:37:13: Ja vielen dank auch von mir und für die interessanten Fragen.
00:37:17: Und wir schauen gerne auf den weiteren Verlauf und was die Bar viel noch so macht.
00:37:20: Sehr spannende Wahls.
00:37:22: Sehr gern.
00:37:22: Vielen Dank.
00:37:23: Danke.
00:37:26: Und das war es mit dieser Podcastfolge.
00:37:28: Wir hören uns am kommenden Freitag wieder.
00:37:31: bis dahin gilt wie immer bleiben sie optimistisch genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.