Podcast-Folge 271: Neue Regeln für Finfluencer und Nachbarschaftsstreit
Moin aus Hamburg und herzlich Willkommen zu Folge 271 unseres Podcasts. Heute ist Freitag, der 05. Juni 2026.
Und diese Themen haben wir heute für Sie: • Im Schmolltalk sprechen wir über Nachbarschaftsstreitigkeiten – und ob diese in der Rechtsschutzversicherung eigentlich abgedeckt sind. • Mit Bastian Kunkel gehen wir auf neue Regeln für Finfluencer ein. • Und in den News der Woche zeigt eine Studie Einsparungen in Milliardenhöhe, wenn man die Rente mit 63 abschaffen würde. Der PKV-Verband warnt davor, Beamte in die GKV zu holen. Fast jeder Dritte über 50 zweifelt an seiner Altersvorsorge. Und es gibt neue Daten zum Durchschnittsdeutschen.
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Aus der Redaktion (#Schmolltalk) Streitigkeiten von Nachbarn sind an der Tagesordnung. Zahlt hier auch die Rechtsschutzversicherung, wenn es eskaliert? Das hat Scholle für unser neues Heft recherchiert.
Apropos Heft: Am 17. Juni 2026 ab 17.30 Uhr laden wir Sie wieder herzlich in die heiligen Hallen unserer Redaktion nach Hamburg-Wandsbek ein. Denn dann kommt die nächste Pfefferminzia-Printausgabe raus. Und darüber wollen wir mit Ihnen sprechen. Konkret geht es um das politische Großprojekt von Gesundheitsministerin Nina Warken: die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). In entspannter Atmosphäre, bei leckerer Pizza und Getränken. Wir freuen uns sehr darauf, Sie persönlich kennenzulernen und mit Ihnen zu diskutieren. Zur kostenfreien Anmeldung geht es hier entlang: https://afterwork.pfefferminzia.de/
Im Gespräch Mit Bastian Kunkel, Versicherungen mit Kopf Das EU-Parlament verlangt, dass Finanz-Influencer, also Finfluencer, im Netz strengeren Regeln unterliegen. Es geht zunächst nicht um Haftung, aber um Verhaltensrichtlinien. Versicherungsmakler Bastian Kunkel von „Versicherungen mit Kopf“ wandelt zwischen den Welten. Einerseits ist er Makler, andererseits auch Finfluencer. Fragen wir ihn doch mal, wie das so ist und wie er zu den neuen Europaplänen steht.
Die News der Woche Die Wirtschaft mag es ja grundsätzlich nicht, wenn ihr Arbeitskräfte flöten gehen. Sie schöpft lieber aus dem Vollen, weshalb ihr der Fachkräftemangel schon seit Jahren ein Dorn im Auge ist. Jetzt hat sich das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung mit der „Rente mit 63“ befasst. Denn die kostet viel Geld und Arbeitskräfte, weil jedes Jahr rund 250.000 bis 280.000 Leute vorzeitig in Rente gehen.
Das DIW hat ausgerechnet: Wenn man die „Rente mit 63“ abschafft, entlastet das die Staatskasse pro Rentnerjahrgang um 9,5 Milliarden Euro. Das setzt sich daraus zusammen, dass die Rentenversicherung weniger zahlen muss, auf der anderen Seite aber in Sozialversicherung und Steuer Einnahmen ausfallen. Die sind gegengerechnet. Außerdem wären 125.000 Vollzeitkräfte mehr am Arbeitsmarkt unterwegs. Es sind die Menschen, die nicht in Rente gehen können.
Bleibt aber die Frage: Was machen jene, die mit 63 in Rente gehen müssen, weil sie schlicht nicht länger arbeiten können. Auch darüber haben die Wissenschaftler nachgedacht. Man könnte bei ihnen die Gesundheit prüfen und dann doch Zugang zur Rente gewähren. Auch eine neue Berufsunfähigkeitsversicherung wäre denkbar, ebenso wie ein spezieller Nachweis für langjährige, belastende Arbeit.
Will man die damit verbundene Bürokratie vermeiden, könnte man auch ganz einfach das Einkommen heranziehen. Schließlich wird körperlich anstrengende Arbeit oft schlecht bezahlt. Schlimm genug. Denkbar wäre eine Einkommensgrenze von zum Beispiel 60 Prozent der durchschnittlichen Erwerbseinkommen. Auch die Grundrente könnte man ausbauen. Sie könnte Einkommensverluste abfedern, die durch den Wegfall der „Rente mit 63“ entstünden.
Jingle Sollten Beamte in die gesetzliche Krankenversicherung einbezogen werden? Diese Frage ploppt in der Diskussion um die GKV-Reform aktuell wieder auf. Der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) hält davon erwartungsgemäß nicht so viel.
„Es ist richtig, dass die Wirtschaftsweisen empfehlen, die Priorität auf die kostendämpfenden Maßnahmen zu legen, um die gesetzliche Krankenversicherung und die soziale Pflegeversicherung finanziell zu stabilisieren“, sagt Thomas Brahm, Vorstandsvorsitzender des PKV-Verbands. „Beamtinnen und Beamte in die gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen zu zwingen, wäre hingegen das Gegenteil davon – eine Ausweitung des Umlageverfahrens in einer alternden Gesellschaft.“
Das würde das Defizit dieser beiden Sozialversicherungen verschärfen und überfällige Strukturreformen auf der Ausgabenseite weiter verschleppen, befürchtet Brahm. Außerdem würden die öffentlichen Haushalte zusätzlich belastet, ohne die finanziellen Probleme der gesetzlichen Kassen zu lösen.
Stattdessen sollte die Regierung die kapitalgedeckte Vorsorge stärken. Brahm: „Beamte in der privaten Krankenversicherung tragen dazu entscheidend bei. Sie entlasten die öffentlichen Kassen und bilden Rücklagen, mit denen steigende Gesundheitskosten im Alter nachhaltig abgesichert werden können. Davon profitieren nicht nur die Beamten selbst, sondern auch die kommenden Generationen.“
Jingle Trotz einer mehrheitlich positiven Grundstimmung plagen viele Menschen in Deutschland kurz vor dem Renteneintritt erhebliche finanzielle Sorgen. Das zeigt eine Umfrage des Marktforschers Yougov im Auftrag des Lebensversicherers Standard Life. 844 Personen ab 50 Jahren wurden dafür befragt. Demnach blicken 53 Prozent der Befragten optimistisch auf ihren Ruhestand – 29 Prozent halten die eigene finanzielle Absicherung für gefährdet.
Besonders ausgeprägt ist die Skepsis bei den 50- bis 60-Jährigen, von denen viele noch mitten im Berufsleben stehen. Nur ein Drittel dieser Altersgruppe sieht dem bevorstehenden Ruhestand optimistisch entgegen, und ganze 40 Prozent halten ihre finanzielle Absicherung im Alter für gefährdet.
Gleichzeitig offenbart die Umfrage eine auffällige Planungslücke: Zwei Drittel der über 50-Jährigen sind zwar überzeugt, die Ruhestandsplanung selbst stemmen zu können. Doch fast genauso viele haben bislang keinen konkreten Überblick über ihre künftigen Einnahmen und Ausgaben erstellt. Nur 10 Prozent suchen überhaupt professionelle Beratung, und 19 Prozent planen ihren Ruhestand gar nicht.
Wenig Bereitschaft zur Solidarität mit jüngeren Generationen zeigt die Umfrage ebenfalls: Mehr als drei Viertel der über 50-Jährigen lehnen Rentenkürzungen zugunsten künftiger Generationen ab.
.Jingle Die Deutschen werden rein statistisch betrachtet zwar kaum größer, dafür aber schwerer. Der durchschnittliche Mensch in Deutschland ist 1,73 Meter groß und wiegt 78,3 Kilogramm. Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) nach Erstergebnissen des Mikrozensus 2025 mit.
Demnach sind Erwachsene in Deutschland gegenüber 2017 um einen Zentimeter größer geworden. Allerdings legten sie zu. Ihr Gewicht stieg von 77,0 Kilo im Jahr 2017 auf die erwähnten 78,3 kg im vergangenen Jahr. Das sind also 1,3 Kilo mehr in neun Jahren.
Unterschiede gibt es zwischen den Geschlechtern. Frauen sind mit durchschnittlich 1,66 Metern und 69,7 kg deutlich kleiner und leichter als Männer. Die bringen es auf 1,79 Meter bei 86,5 kg.
Die Statistik geht auch auf den – nicht unumstrittenen – Body-Mass-Index (BMI) ein. Der berechnet sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch (Körpergröße in Metern zum Quadrat). Wer mehr als 25 Punkte erreicht, gilt laut Weltgesundheitsorganisation WHO als übergewichtig. Und das trifft in Deutschland auf mehr als die Hälfte der Erwachsenen zu (53,4 Prozent). Stark übergewichtig mit einem BMI über 30 sind demnach 17,9 Prozent. Das betrifft übrigens mehr Männer als Frauen.
Abmod Und das war es mit dieser Podcast-Folge. Wir hören uns am kommenden Freitag wieder! Bis dahin gilt wie immer: Bleiben Sie optimistisch, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.
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